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Iran gibt erstmals Lieferung von Drohnen an Russland zu
Der Iran hat erstmals zugegeben, Drohnen an Russland geliefert zu haben. "Wir haben Russland mit einer begrenzten Zahl an Drohnen beliefert", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Samstag Außenminister Hossein Amir-Abdollahian. Die Waffen seien allerdings vor dem Krieg geliefert worden, betonte der Minister. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies dies als Lüge zurück. In der Ukraine wurde derweil angesichts der zerbombten Energie-Infrastruktur die Stromversorgung weiter rationiert.
Die Drohnen seien bereits "Monate vor dem Krieg in der Ukraine" geliefert worden, betonte Amir-Abdollahian. Berichte, wonach Teheran Moskau auch mit Raketen versorgt habe, seien "völlig falsch". Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezichtigte Teheran daraufhin der Lüge: "Sie geben jetzt zu, dass sie Drohnen geliefert haben. Aber selbst bei diesem Geständnis lügen sie", sagte er.
Die Ukraine schieße "jeden Tag mindestens zehn iranische Drohnen ab", wogegen "das iranische Regime behauptet, dass es angeblich nur wenig geliefert hat, und das auch noch vor dem Beginn der Invasion", kritisierte Selenskyj. Nach Angaben Kiews wurden bereits etwa 400 iranische Drohnen gegen Zivilisten in der Ukraine eingesetzt. Russland soll demnach etwa 2000 Drohnen in Teheran bestellt haben.
Die Ukraine und ihre Verbündeten werfen Russland vor, in den vergangenen Wochen zahlreiche Angriffe auf ukrainische Städte mit iranischen Kamikaze-Drohnen geflogen zu haben. Teheran hatte mehrfach abgestritten, Russland Waffen für den Krieg in der Ukraine geliefert zu haben.
Als Reaktion auf die Drohnen-Lieferungen hatten die Europäische Union und Großbritannien drei iranische Generäle und eine Rüstungsfirma mit Sanktionen belegt.
In Kiew und weiteren Regionen der Ukraine wurde angesichts der durch russische Angriffe zerstörten Energie-Infrastruktur am Wochenende die Stromversorgung weiter eingeschränkt. "Heute war das Kontrollzentrum von Ukrenergo gezwungen, zusätzliche Einschränkungen in Form von Notunterbrechungen für alle Verbraucherkategorien" einzuführen, erklärte der staatliche Stromversorger Ukrenergo am Samstag.
Nach Angaben der Ukraine wurde durch die Angriffe mindestens ein Drittel der Stromanlagen des Landes zerstört. Um eine Überlastung des gesamten Verteilernetzes zu verhindern, wird in vielen Regionen, darunter die Hauptstadt Kiew, seit Tagen regelmäßig für mehrere Stunden der Strom abgestellt.
Der neue ukrainische Botschafter in Berlin, Oleksij Makejew, forderte indes von der Bundesregierung einen Einreisestopp für Russen. "Andere Länder verwehren Russen die Einreise. Ich appelliere an die Bundesregierung, das auch so zu machen", sagte er den Funke-Zeitungen. Makejew warnte dabei auch vor Anschlägen auf Ukrainer in Deutschland: "Wir haben es mit einem ernsten Sicherheitsrisiko zu tun."
Es habe Brandanschläge auf Unterkünfte für geflüchtete Ukrainer gegeben, erinnerte der Botschafter und verwies auf Russlanddeutsche, die nach Kriegsbeginn mit Autokorsos durch deutsche Städte gefahren seien und den Überfall auf die Ukraine bejubelt hätten.
A.O.Scott--AT