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Wer immer funktioniert, muss nicht noch besser werden
UN-Flüchtlingskommissar befürchtet Zunahme von Fluchtbewegungen in der Ukraine
Nach den russischen Raketenangriffen auf Kiew und andere ukrainische Städte hat UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi vor einem Anstieg der Flüchtlingszahlen gewarnt. "Die Bombardierung von Zivilisten" und "nicht-militärischer Infrastruktur" bedeute, "dass der Krieg härter und schwieriger für Zivilisten wird", sagte Grandi am Montagabend in Genf. "Ich fürchte, dass die Ereignisse der vergangenen Stunden mehr Flucht nach sich ziehen."
Die russische Armee hatte am Montag zahlreiche Raketenangriffe auf ukrainische Städte verübt. In der Hauptstadt Kiew und im westukrainischen Lwiw schlugen zum ersten Mal seit Monaten wieder Raketen ein, auch viele andere Städte wurden beschossen. Nach Angaben der ukrainischen Behörden wurden bei den Angriffen mindestens 14 Menschen getötet und fast hundert weitere verletzt.
Die Angriffe lösten international Empörung aus. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell erklärte, der "wahllose Angriff auf Zivilisten" komme "einem Kriegsverbrechen gleich". Auch US-Präsident Biden prangerte an, dass Ziele ohne militärische Bedeutung angegriffen worden seien. Grandi sagte, der "Schrecken", der sich am Montag in der Ukraine ereignet habe, sei "unentschuldbar".
Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar wurden europaweit bereits mehr als 7,6 Millionen ukrainische Flüchtlinge registriert. Einige von ihnen kehrten in ihr Heimatland zurück, mehr als 4,2 Millionen Ukrainern wurde ein temporärer Schutzstatus in EU-Ländern zugestanden. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) gibt es zudem fast sieben Millionen Binnenvertriebene in der Ukraine.
Grandi äußerte sich am Rande der Verleihung des Flüchtlingspreises des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) an die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Nach seiner Einschätzung werden die jüngsten russischen Raketenangriffe vor allem die Zahl der Binnenflüchtlinge ansteigen lassen.
Die Lage in der Ukraine sei derzeit stark im Fluss, sagte der UN-Flüchtlingskommissar. So gebe es Menschen, die "nur für ein paar Stunden vor den Bomben flüchten", und dann nach Hause zurückkehrten. Wenn es aber große Zerstörungen gebe und die Menschen keinen Zugang mehr zur Grundversorgung mit Lebensmitteln oder Heizung hätten, werde ihre Flucht länger dauern.
M.White--AT