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Wer immer funktioniert, muss nicht noch besser werden
Fußballfans wünschen sich von Weltverband Entschädigungen für WM-Arbeiter in Katar
Zwei Monate vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft in Katar hat eine überwältigende Mehrheit der Fußball-Fans in einer Umfrage Entschädigungszahlungen des Weltverbandes Fifa für die Arbeiter in dem WM-Gastgeberland befürwortet. 73 Prozent der Befragten gaben in der von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International beauftragten und am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov an, dass sie "stark" oder "tendenziell" dafür seien, die WM-Arbeiter mit einem Teil der Fifa-Einnahmen zu entschädigen, die bei den Vorbereitungen für die WM 2022 "gelitten" haben.
Amnesty und andere Menschenrechtsorganisationen werfen dem Golfemirat Katar Menschenrechtsverletzungen wegen der Behandlung von Hunderttausenden von Arbeitern auf den Großbaustellen im Zusammenhang mit der WM vor, darunter die Einbehaltung von Reisepässen der Arbeitsmigranten, unbezahlte Überstunden, nicht eingehaltene Mindestlöhne und Verweigerung von Ruhepausen.
Für die Umfrage wurden 17.000 Erwachsene in 15 Ländern befragt, darunter in Europa, den USA, Mexiko, Argentinien, Marokko und Kenia. Die Umfrage zeigt laut Amnesty auch, dass sich mehr als zwei Drittel der Befragten öffentliche Stellungnahmen der Fußballverbände ihrer Länder bezüglich der Menschenrechtssituation in Katar wünschen.
Amnesty und andere Organisationen hatten im Mai die Kampagne #PayUpFIFA gestartet, wonach die Fifa einen Fonds zugunsten der Arbeiter einrichten solle. Die Fifa solle hierfür mindestens 440 Millionen Dollar (440 Millionen Euro) zur Verfügung stellen - die gleiche Summe, die sie an WM-Prämien ausschüttet. "Die Fifa hat noch Zeit, das Richtige zu tun", sagte Amnesty-Vertreter Steve Cockburn. Die Fans wollten "keine Weltmeisterschaft, die mit Menschenrechtsverletzungen befleckt" sei.
In einer Stellungnahme, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, erklärte die Fifa, sie nehme die Umfrage "zur Kenntnis". Der Weltverband verwies auf Maßnahmen, die er und das Gastland Katar in den vergangenen Jahren zum Schutz der Arbeiter ergriffen hätten. Die Arbeiter seien in verschiedener Form entschädigt worden, wenn die Unternehmen "die Wohlfahrtsstandards" nicht eingehalten hätten.
In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der französischen Wochenzeitung "Le Point" äußerte sich auch der Emir von Katar, Tamim Bin Hamad al-Thani, zu dem Thema. "Wir haben erkannt, dass wir ein Problem mit der Arbeit auf den Baustellen haben und in Rekordzeit starke Maßnahmen ergriffen", sagte er demnach. Das Emirat sei stolz darauf, geltendes Gesetz geändert zu haben und nunmehr "jeden zu bestrafen, der einen Angestellten misshandelt".
G.P.Martin--AT