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Kurdenführer Abdi verkündet Auflösung der Demokratischen Kräfte Syriens
Mehr als ein Jahrzehnt nach ihrer Gründung haben die kurdisch dominierten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) ihre Auflösung verkündet, um fortan Teil der regulären Armee des Landes zu sein. Der syrische Kurdenführer Maslum Abdi gab am Dienstagabend "das Ende des Einsatzes" der SDF bekannt und erklärte deren Auflösung "als unabhängige Streitmacht". Dies erfolge nach dem "Abschluss des Prozesses der Eingliederung unserer Streitkräfte in die Brigaden der syrischen Armee", sagte Abdi im Präsidentenpalast in Damaskus in einer im Fernsehen übertragenen Rede, die er zuerst auf Arabisch und dann auf Kurdisch hielt.
Nach dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 hatten die Kurden im Norden des Landes eine Selbstverwaltung mit eigenen Institutionen und Streitkräften aufgebaut. 2015 wurden die SDF auf Initiative der USA gegründet, die von den Erfolgen der kurdischen Kämpfer beeindruckt waren und einen verlässlichen Partner im Kampf gegen die Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS) suchten.
SDF-Kämpfer hatten später einen erheblichen Anteil am militärischen Sieg einer internationalen Koalition über die Miliz. In der Spitze verfügten die Streitkräfte über etwa 100.000 Kämpfer, sowohl Kurden als auch Araber, die große Teile des ölreichen Nordens und Nordostens Syriens kontrollierten. Die türkische Armee war mehrfach in das Gebiet vorgestoßen, um die Kurden nach Angaben der Regierung in Ankara von der Grenze zur Türkei fernzuhalten. Die Türkei betrachtete die SDF lange Zeit als Verbündete der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).
Nach dem Sturz von Syriens Machthaber Baschar al-Assad gegen Ende des Jahres 2024 wandten sich die USA indes den neuen Machthabern in Damaskus zu.
Die Auflösung der SDF erfolgt auf Grundlage eines Abkommens, das die Kämpfer im Januar nach gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Regierung des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa geschlossen hatten. Al-Scharaa unterzeichnete zudem einen Erlass, der den Kurden umfassende Minderheitsrechte zusicherte.
Das Abkommen sieht die vollständige Integration der kurdischen Verwaltung in den syrischen Staatsapparat und die Stationierung syrischer Sicherheitskräfte in von Kurden bewohnten Regionen vor.
Kurdenführer Abdi sagte, SDF-Kämpfer hätten eine große Verantwortung in einer der schwersten Zeiten für Syrien geschultert und viele Städte und Ortschaften befreit. "Die Umstände haben sich heute geändert und das Land ist in eine neue Phase unter den Vorzeichen des Friedens und der Teilhabe eingetreten."
Am vergangenen Donnerstag hatte Abdi bekanntgegeben, die kurdischen Selbstverwaltungsorgane seien nun vollständig in die staatlichen Institutionen Syriens eingegliedert worden. "Unser Kampf wird weitergehen, damit die Rechte unseres Volkes in der Verfassung festgehalten werden", kündigte er an.
A.Williams--AT