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Myanmars Ex-General Min Aung Hlaing zu erstem Besuch in Thailand als Präsident
Myanmars Ex-General und heutiger Präsident Min Aung Hlaing hat erstmals seit seinem Amtsantritt Thailand besucht und dabei seine Hoffnung auf eine Normalisierung der Beziehungen seines Landes zu den anderen Staaten der Region zum Ausdruck gebracht. Die Beziehungen zu den südostasiatischen Asean-Staaten hätten für ihn "Priorität", sagte Min Aung Hlaing am Donnerstag in Bangkok. Der thailändische Regierungschef Anutin Charnvirakul sagte ihm seine Unterstützung zu.
Als General hatte Min Aung Hlaing 2021 einen blutigen Militärputsch angeführt, der die demokratisch gewählte Präsidentin Aung San Suu Kyi aus dem Amt trieb und einen Bürgerkrieg mit mehr als 100.000 Toten auslöste. Nach einem von Beobachtern als Scheinwahl verurteilten Urnengang wurde er im April als Präsident vereidigt und bemüht sich seitdem um eine Rückkehr Myanmars auf die internationale Bühne.
Dazu gehört die offizielle Wiederaufnahme in die Runde der elf Asean-Staaten, zu denen neben Thailand Myanmar gehört, das allerdings wegen des Putsches von ranghohen Treffen ausgeschlossen ist. "Sowohl Thailand als auch Myanmar sind Mitglieder der Asean-Familie", sagte der thailändische Regierungschef Charnvirakul. "Myanmar hat die volle Unterstützung Thailands für eine Teilnahme." Dem Asean-Staatenbund gehören auch Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Osttimor und Vietnam an.
Myanmars Außenminister nahm im Juli bereits an einer informellen Asean-Sitzung in Bangkok teil. Min Aung Hlaing hat als Präsident außerdem Indien, den wichtigen Verbündeten China und das Asean-Mitglied Laos besucht. Daneben erkennt Russland den Ex-General als rechtmäßigen Staatschef an. Westliche Staaten haben Sanktionen gegen Min Aung Hlaing verhängt, beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag liegt ein Haftbefehl wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.
Menschenrechtsaktivisten kritisierten, Bangkok solle dem Ex-General nicht den roten Teppich ausrollen. Beobachtern zufolge hat Thailand jedoch aus mehreren Gründen ein Interesse an regulären diplomatischen Beziehungen. In dem Land leben zahlreiche Geflüchtete aus Myanmar, außerdem streben die Staaten eine Zusammenarbeit gegen Internetbetrugbanden und Drogenhandel an.
Neben seinem Treffen mit Anutin sollte Min Aung Hlaing in Bangkok Wirtschaftsvertreter treffen und an einem von der Regierung ausgerichteten Abendessen teilnehmen. Beide Seiten unterzeichneten außerdem eine Erklärung, in der sie eine Zusammenarbeit für Arbeiter vereinbarten.
Im Vorfeld der Bangkok-Reise erlaubten die Behörden in Myanmar der abgesetzten Präsidentin Aung San Suu Kyi ihr erstes öffentliches Treffen mit einem internationalen Vertreter seit dem Putsch. Sie steht weiter unter Hausarrest, durfte am Montag aber einen Vertreter des internationalen Roten Kreuzes treffen.
W.Nelson--AT