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Hunderte türkische Studenten demonstrieren gegen Schließung von liberaler Uni
Hunderte türkische Studenten haben am Sonntag in Istanbul gegen die von Präsident Recep Tayyip Erdogan verfügte Schließung ihrer Universität protestiert. Die als liberal geltende private Bilgi-Hochschule war am Freitag einen Monat vor den für Juni geplanten Examensprüfungen geschlossen worden. "Polizei hau ab, der Campus gehört uns", skandierten die Demonstranten, einige Teilnehmer waren in Tränen aufgelöst.
Dutzende Studierende hatten die Universität seit der Schließung am Freitag besetzt gehalten. Nach den Worten einer Teilnehmerin wurden sie am Sonntag von Polizisten an Händen und Füßen gepackt und aus dem Gebäude geworfen, eine Studentin erlitt dabei einen Nasenbeinbruch.
Die von Erdogan verfügte Schließung der renommierten Bilgi-Universität war mit einem angeblich "unzureichenden" Bildungsniveau der Einrichtung begründet worden. Die 1996 gegründete Universität zählte mehr als 20.000 türkische und ausländische Studierende und nahm bislang am Erasmus-Austauschprogramm der EU teil.
"Diese Universität kann nicht über Nacht geschlossen werden. Wir haben zu hart für die Zulassung gearbeitet", klagte Haluk Yerger vom Studierendenausschuss.
Die türkische Regierung geht seit langem zunehmend repressiv gegen die Opposition vor und setzt dabei auch die Justiz ein. Zuletzt hatte am Donnerstag ein Gericht die Führung der Oppositionspartei CHP abgesetzt. Diese hatte der Regierungspartei AKP des islamisch-konservativen Präsidenten Erdogan bei den Kommunalwahlen 2024 eine schwere Niederlage zugefügt.
S.Jackson--AT