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Trump-Widersacher Massie unterliegt bei Kongress-Vorwahl in Kentucky
Nach einer monatelangen Kampagne von US-Präsident Donald Trump gegen seinen innerparteilichen Widersacher Thomas Massie ist der republikanische Abgeordnete bei der Kongress-Vorwahl im südlichen Bundesstaat Kentucky gescheitert. Massie unterlag am Dienstag dem von Trump unterstützten Gegenkandidaten Ed Gallrein, wie die Sender NBC und CNN meldeten.
Trumps Einmischung in die Vorwahl in Kentucky wird als Teil seines Plans gewertet, Kritiker aus der Republikanischen Partei zu entfernen. Massie hatte den US-Präsidenten verärgert, indem er sich gegen die US-Militäreinsätze im Iran und in Venezuela stellte, Hilfen für Israel kritisierte und dazu beitrug, die Akten-Freigabe über den früheren Trump-Freund und verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein voranzutreiben.
Um Massie, der Kentucky seit Ende 2012 im Repräsentantenhaus vertritt, aus dem Amt zu drängen, unterstützte Trump den Landwirt und früheren Elitesoldaten Gallrein. US-Medien bezeichneten den Wahlkampf in dem Bundesstaat den teuersten der US-Geschichte. Die Werbeausgaben sollen sich auf mehr als 32 Millionen Dollar (gut 27 Millionen Euro) belaufen. Ein Großteil davon stammt von proisraelischen Gruppen, die Massie ablehnen.
"Thomas Massie ist ein furchtbarer Kongressabgeordneter", sagte Trump noch während der laufenden Vorwahl am Dienstag bei einem Auftritt vor der Baustelle seines geplanten Ballsaals am Weißen Haus. "Ich glaube, er ist in Wirklichkeit ein Demokrat", fügte der Präsident hinzu. Zuvor hatte er Massie als "Vollidioten" und "Widerling" beschimpft.
Während Trump sprach, betonte Massie im Sender Fox News die Gemeinsamkeiten mit dem Präsidenten. "Ich trete nicht gegen Präsident Trump an. Die meisten Menschen, die für mich stimmen, unterstützen Präsident Trump so wie ich", sagte der 55-jährige Elektroingenieur, Erfinder und Unternehmer.
Trumps Vorhaben, Widersacher aus der eigenen Partei zu drängen, ist bereits weit fortgeschritten. So feierte der Präsident erst am Sonntag die Vorwahl-Niederlage des langjährigen republikanischen Senators von Louisiana, Bill Cassidy.
Andere Republikanerinnen und Republikaner stellen sich nach Auseinandersetzungen mit Trump gar nicht erst zur Wiederwahl im Kongress. Auch bei der Senats-Vorwahl im Bundesstaat Texas in der kommenden Woche will Trump einem treuen Gefolgsmann zum Sieg verhelfen. Um Amtsinhaber John Cornyn, der zum Establishment der Republikaner zählt, aus dem Amt zu drängen, unterstützt er den skandalumwitterten Generalstaatsanwalt Ken Paxton.
Am Dienstag stimmten die Wähler auch in Georgia, Pennsylvania und drei weiteren Bundesstaaten über die Kandidaten der Parteien für die Zwischenwahlen zum Kongress ab. Die sogenannten Midterms finden am 3. November statt. Sie gelten als bisher wichtigster Stimmungstest für Trump, der in Umfragen an Boden verloren hat.
N.Mitchell--AT