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Ukraine fordert "Demontage" von wichtiger Krim-Brücke
Die Ukraine hat zur "Demontage" der für Russland strategisch äußerst wichtigen Brücke zur Krim über die Straße von Kertsch aufgerufen. Die Brücke sei ein "illegales Objekt" und müsse abgebaut werden - "egal wie: freiwillig oder nicht", erklärte der Berater des ukrainischen Präsidenten, Mychailo Podoljak, am Mittwoch im Messengerdienst Telegram. Er drohte damit indirekt mit einem militärischen Angriff auf die Brücke, die der russische Präsident Wladimir Putin 2018 persönlich eingeweiht hatte.
Der Aufruf Podoljaks erfolgte nach mehreren Explosionen auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim, die Moskau als logistische Basis für seine am 24. Februar begonnene Invasion der Ukraine nutzt.
Am Dienstag war ein Munitionslager auf einem Militärstützpunkt im Norden der Halbinsel explodiert. Moskau sprach von einem "Sabotageakt", ohne jedoch direkt Verantwortliche zu nennen. Der Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Andrij Jermak, sprach von einer "Meisterleistung der ukrainischen Streitkräfte". Neben dem Munitionsdepot wurde auch zivile Infrastruktur beschädigt, darunter eine Hochspannungsleitung, ein Kraftwerk, eine Eisenbahnstrecke und mehrere Häuser.
Eine Woche zuvor war es bereits auf dem russischen Militärflugplatz Saki im Westen der Krim zu Explosionen gekommen, bei denen ein Mensch getötet und mehrere verletzt wurden. Schätzungsweise acht russische Flugzeuge sowie eine erhebliche Menge Munition wurden zerstört. Es bekannte sich niemand zu dem Vorfall, doch ranghohe Vertreter in Kiew sowie das Militär deuteten eine Beteiligung der Ukraine an.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor bekräftigt, Kiew würde seine Absicht, die Krim von Russland zurückzuerobern, "niemals aufgeben". Das Londoner Institut für Kriegsstudien geht davon aus, dass die Explosionen auf der Krim Teil der ukrainischen Gegenoffensive im Süden des Landes sind, um die russischen Truppen von ihren Nachschublinien abzuschneiden und zurück hinter den Fluss Dnipro zu drängen. Die Ukraine hat in den vergangenen Wochen auch mehrere Brücken im Süden des Landes zerstört.
Die Brücke über die Straße von Kertsch ist die wichtigste Straßen- und Bahn-Verbindung zwischen dem russischen Festland und der Krim. Das 19 Kilometer lange Bauwerk war im Mai 2018 von Kreml-Chef Putin eingeweiht worden, der damals als erster in einem Lastwagen an der Spitze einer Fahrzeugkolonne über die neue Brücke fuhr. Vier Jahre zuvor hatte Russland die ukrainische Halbinsel annektiert.
R.Garcia--AT