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Ziel sind 90.000 Hektar: Förderprogramm für Wiedervernässung von Mooren angekündigt
Das Ziel sind 90.000 Hektar: So viel Moorfläche soll bis Ende 2029 in Deutschland wiedervernässt werden. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) kündigte dafür am Freitag ein neues Förderprogramm in Höhe von rund 1,75 Milliarden Euro an. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) betonte, der Moorbodenschutz sei ein "attraktives Geschäftsmodell" für die Land- und Forstwirtschaft.
"Sei es der Anbau von Schilf als Baustoff für Dächer oder Fleisch aus der Haltung von Wasserbüffeln – hier liegen neue Einkommenschancen für unsere Höfe", erklärte Rainer. Auch innovative Nutzungsformen wie Moor-Photovoltaik seien möglich.
Auch Schneider betonte, das Besondere am Förderprogramm sei nicht nur die Größenordnung, sondern auch der Ansatz: "Auf diesem Land soll weiter Land- und Forstwirtschaft betrieben werden, nur eben anders als bisher." Trockengelegte Moore ließen sich auf Dauer nicht gut bewirtschaften.
Derzeit sind laut Umweltministerium nur noch rund 100.000 Hektar Moorböden in Deutschland intakt. Über Jahrhunderte hinweg wurden Moore hierzulande entwässert. "Die Folgen erleben wir heute: Grundwasserspiegel sinken ab, Wälder vertrocknen, Treibhausgase entweichen und heizen den Planeten auf", erklärte der Umweltminister. Das neue Förderprogramm leite "eine echte Trendwende" ein. Mit diesem Angebot könne die Regierung den Moor-Regionen in Deutschland und vor allem den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben eine "echte Zukunftsperspektive" geben.
Mit einer "nassen Landwirtschaft" könne Wasser in der Fläche gehalten werden, ohne die wirtschaftliche Nutzung aufgeben zu müssen, erläuterte Schneider. So könnten Starkregen "gepuffert und gespeichert werden für Dürrephasen". Die Grundwasservorräte füllten sich auf, damit sei wieder bis weit ins Umland hinein genug Wasser vorhanden.
Die EU hatte das Förderprogramm vor wenigen Tagen genehmigt. Starten wird es laut Umweltministerium mit einigen "modellhaften Vorhaben" ab mindestens 5000 Hektar Moorbodenfläche. Die Landwirtschaftliche Rentenbank werde dazu "in Kürze" einen Förderaufruf starten. Zu "weiteren Modulen" des Förderprogramms werde die Rentenbank in den kommenden Monaten Informationsveranstaltungen anbieten.
Die Förderangebote richten sich demnach an alle, die für eine dauerhafte Wiedervernässung land- und forstwirtschaftlich genutzter Moorböden zusammenwirken müssen - insbesondere Eigentümer, Bewirtschafter, Wasser- und Bodenverbände.
K.Hill--AT