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Russisches Öl kommt über Druschba-Pipeline auch wieder in Tschechien an
Nach einer mehr als einwöchigen Unterbrechung fließt russisches Erdöl durch den südlichen Strang der Druschba-Pipeline über die Ukraine auch wieder nach Tschechien. "Die Versorgung ist um 20.00 Uhr wiederaufgenommen worden", sagte eine Sprecherin des tschechischen Transitunternehmens Mero am Freitagabend der Nachrichtenagentur AFP. Der tschechische Industrie- und Handelsminister Jozef Sikela hatte zuvor erklärt, sein Land habe einen Weg gefunden, die Zahlung von Transitgebühren für die Erdöllieferungen wieder zu ermöglichen.
Die russische Betreiberfirma der Pipeline, Transneft, hatte am Dienstag bekanntgegeben, dass die Öllieferungen durch die Ukraine bereits am vorangegangenen Donnerstag eingestellt worden seien. Als Grund gab Transneft an, dass Ende Juli eine Banktransaktion zur Zahlung von Transitgebühren an die Ukraine aufgrund westlicher Sanktionen gegen Russland abgelehnt worden sei. Betroffen waren neben Tschechien auch die Slowakei und Ungarn.
Das slowakische Öl-Unternehmen Slovnaft und sein ungarischer Mutterkonzern MOL boten daraufhin an, die Transitgebühren für den Pipeline-Abschnitt durch die Ukraine zu übernehmen. Sowohl die ukrainische als auch die russische Seite stimmten dem zu. Die Lieferungen an die Slowakei wurden daraufhin am Mittwoch wieder aufgenommen, jene an Ungarn am Donnerstag. Tschechien hatte für sich selbst verhandelt und erzielte nun ebenfalls eine Lösung.
Die EU-Staaten hatten sich im April auf ein schrittweises Öl-Embargo gegen Russland verständigt. Ungarn, Tschechien und die Slowakei hatten jedoch unter Verweis auf ihre starke Abhängigkeit von russischen Lieferungen eine weitgehende Ausnahme der Lieferungen über die Druschba-Pipeline durchgesetzt.
O.Ortiz--AT