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Ein Toter und mehrere Verletzte bei iranischen Gegenangriffen in Golfstaaten
Nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran hat die Islamische Republik mit zahlreichen Gegenangriffen in mehreren Golfstaaten reagiert und den Konflikt ausgeweitet. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde dabei ein Zivilist getötet, wie das Verteidigungsministerium am Samstag mitteilte. Aus Dubai und Kuwait wurden mehrere Verletzte gemeldet. In Bahrain wurde nach Behördenangaben das Hauptquartier der Fünften US-Flotte durch einen Raketenangriff getroffen. Auch aus Katar, Saudi-Arabien und Kuwait wurden Explosionen gemeldet.
Bei dem Todesopfer in Abu Dhabi handelte es sich nach Behördenangaben um einen pakistanischen Zivilisten, der in einem Wohngebiet durch herunterfallende Raketenteile getötet worden sei. Die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate , die auch einen US-Stützpunkt beherbergt, wurde wiederholt durch Explosionen erschüttert. Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur AFP zudem von Rauch über dem von US- und französischen Streitkräften genutzten Militärstützpunkt al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Auch in Dubai waren bis in den Abend hinein Explosionen zu hören. Bei einer Explosion unbekannter Ursache auf der künstlich angelegten Insel The Palm wurden vier Menschen verletzt, wie Dubais Regierung mitteilte. Das nach der Explosion ausgebrochene Feuer sei "unter Kontrolle".
Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate hatten zuvor das Abfangen von iranischen Raketen bekanntgegeben und die "teilweise und vorübergehende" Schließung des Luftraums verkündet. Die Emirate behielten sich das Recht auf einen Gegenangriff vor.
In Bahrain kündigten die Behörden nach dem Angriff auf den US-Stützpunkt an, die Bewohner der umliegenden Viertel in der Hauptstadt Manama in Sicherheit zu bringen. Später hieß es vom Innenministerium, in Manama seien mehrere Wohnhäuser getroffen worden.
Ab Sonntag bleiben alle Schulen und Universitäten in Bahrain geschlossen. Wie das Bildungsministerium bekanntgab, wird es bis auf Weiteres nur Fernunterricht geben.
In Riad in Saudi-Arabien sowie im katarischen Doha hörten AFP-Journalisten den Tag über ebenfalls Explosionen. Über Doha wurden iranische Raketen abgefangen. In Katar befindet sich mit Al-Udeid der größte US-Militärstützpunkt in der Region.
Die iranischen Revolutionsgarden bestätigten nach Angaben des Staatsfernsehens, dass sie Angriffe auf US-Stützpunkte in der Region verübten. Außenminister Abbas Araghtschi erklärte, die an den israelischen und US-Angriffen auf sein Land beteiligten Einrichtungen in der Region seien "legitime Ziele".
Das saudiarabische Außenministerium verurteilte in einer Erklärung die "feigen iranischen Angriffe" auf die Hauptstadtregion und den Osten des Landes auf das Schärfste. "Die Angriffe wurden abgewehrt", hieß es in der Erklärung zur der "ungerechtfertigten Aggression". Saudi-Arabien verwies darin auf die "Option, auf die Aggression zu reagieren".
Der saudiarabische Kronprinz Mohammed bin Salman telefonierte noch am Samstag mit den Staatschefs der Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrains, Katars, Kuwaits und Jordaniens. Wie das Außenministerium in Riad mitteilte, sagte er den "Bruderstaaten" uneingeschränkte Unterstützung zu. Saudi-Arabien sei auch bereit, ihnen "alle seine Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen".
Katars Verteidigungsministerium teilte ebenfalls mit, "mehrere Angriffe" auf sein Gebiet abgewehrt zu haben. Das Außenministerium nannte die iranischen Angriffe einen Verstoß gegen die "nationale Souveränität" und behielt sich ebenfalls das Recht vor, zurückzuschlagen. Neben einer Sperrung seines Luftraum untersagte Katar auch den Schiffsverkehr in seinen Hoheitsgewässern.
Auch Kuwait aktivierte seine Luftabwehr gegen "anfliegende Raketen", wie die Armee mitteilte. Der Luftraum über Kuwait wurde gesperrt. Laut Verteidigungsministerium war das Ziel des Raketenangriffs der Luftwaffenstützpunkt Ali Al-Salem, wo neben US-Truppen auch Soldaten aus anderen Ländern stationiert sind. Drei kuwaitische Soldaten seien dabei verletzt worden.
Die italienische Nachrichtenagentur Ansa zitierte Außenminister Antonio Tajani mit den Worten, die Startbahn eines Luftwaffenstützpunktes in Kuwait, auf dem auch italienische Truppen stationiert seien, sei beschädigt worden.
Kuwaits zivile Luftfahrtbehörde teilte überdies mit, dass bei einem Drohnenangriff auf Kuwaits internationalen Flughafen mehrere Mitarbeiter leicht verletzt und der Terminal leicht beschädigt worden seien.
Die US-geführte Koalition im Irak fing nach eigenen Angaben mehrere Drohnen und Raketen über der Stadt Erbil im Norden des Landes ab. Wie AFP-Journalisten berichteten, hatte es in der Nähe des US-Konsulats in Erbil zuvor mehrere Explosionen gegeben. Zudem wurde ein Angriff auf einen Stützpunkt pro-iranischer Gruppen im Süden des Irak gemeldet.
Jordaniens Armee erklärte, sie habe seit Samstagfrüh 13 ballistische Raketen sowie einige Drohnen abgefangen. Es sei Sachschaden entstanden, aber niemand verletzt worden.
Der Iran hatte zuvor Vergeltung für die US-israelischen Angriffe angekündigt. Israel und die USA hatten am Morgen gemeinsam Luftangriffe gegen den Iran gestartet.
A.O.Scott--AT