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Mindestens 25 Tote und dutzende Verletzte bei russischen Angriffen in der Ukraine
Ungeachtet neuer diplomatischer Bemühungen hat Russland seine massiven Angriffe auf die Ukraine unerbittlich fortgesetzt: Bei Luftangriffen im Westen der Ukraine wurden am Mittwoch nach Angaben der Behörden mindestens 25 Menschen getötet, darunter drei Kinder. Zudem wurden 73 Menschen bei den "massiven kombinierten russischen Angriffen" auf Wohnhäuser und Industrieanlagen in der Stadt Ternopil verletzt, wie das ukrainische Innenministerium in Onlinediensten mitteilte. Bei nächtlichen Angriffen wurden auch in der nordöstlichen Region Charkiw mindestens 46 Menschen verletzt.
In Ternopil handelte sich um einen der folgenschwersten Angriffe auf die Ukraine seit Wochen und einen der schlimmsten seit Kriegsbeginn im Westen des Landes. Unter den Verletzten seien 15 Kinder, erklärte das Innenministerium in Kiew. Der Angriff erfolgte demnach gegen 7.00 Uhr morgens, es kam zu heftigen Bränden. Die Behörden mussten die Zahl der Toten und Verletzten mehrfach nach oben korrigieren. Laut Rettungsdienste waren noch Menschen unter den Trümmern eingeschlossen.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte, zwei mehrstöckige Wohnhäuser seien beschädigt worden. "Keine militärischen Ziele, sondern einfach nur Häuser von Menschen." So also "sieht Russlands Friedensplan in Wirklichkeit aus", fügte der Minister mit Blick auf Berichte über einen angeblichen "geheimen Friedensplan" der USA zusammen mit Russland hinzu. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hielt sich am Mittwoch zu Gesprächen über eine Wiederbelebung der Verhandlungen für ein Ende des Ukraine-Kriegs in der Türkei auf,
Die ukrainischen Behörden veröffentlichten Fotos aus Ternopil, auf denen durch zerbrochene Fenster Flammen in Gebäuden zu sehen waren. Die Straßen waren mit Trümmern übersät und Teile der Stadt in dichten grauen Rauch gehüllt. Die Behörden erklärten, dass der Chlorgehalt in der Luft durch Brände weit über den Normalwert gestiegen seien. Die 200.000 Einwohner der Stadt wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben und ihre Fenster geschlossen zu halten.
Nach Angaben der ukrainischen Armee griff Russland das Land in der Nacht zum Mittwoch mit mehr als 476 Drohnen und 48 Raketen an. 442 Drohnen und 41 Raketen konnten demnach abgefangen werden. Seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 hat Russland das Nachbarland nahezu täglich mit Raketen und Drohnen attackiert. Zuletzt verstärkten die russischen Streitkräfte inmitten des nahenden Winters ihre Angriffe vor allem auf die ukrainische Energie-Infrastruktur.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte indes am Mittwoch, am Vortag in Woronesch im Südosten Russlands einen ukrainischen Angriff mit ATACMS-Raketen aus US-Produktion abgewehrt zu haben. Die vier Raketen seien abgeschossen worden und herabfallende Trümmer hätten eine Klinik und ein Waisenhaus beschädigt. Weiter erklärte das Ministerium, Russland habe in sechs russischen Regionen 65 ukrainische Drohnen abgefangen.
Der ukrainische Generalstab hatte am Dienstagabend bestätigt, Raketen vom Typ ATACMS gegen Russland eingesetzt zu haben. Die von den USA gelieferte Waffe war von der Ukraine mehrere Monate lang nicht mehr eingesetzt worden.
Unterdessen stellten nach russischen Angriffen auf ukrainisches Gebiet nahe der Grenze zu Rumänien deutsche Kampfflugzeuge das Eindringen einer Drohne in den Luftraum des Nato-Landes fest. Die Drohne sei etwa acht Kilometer weit in den rumänischen Luftraum eingedrungen und "tauchte etwa zwölf Minuten lang immer wieder auf dem Radar auf", erklärte das rumänische Verteidigungsministerium am Mittwochmorgen.
Die beiden deutschen Kampfflugzeuge kontrollierten nach Angaben aus Bukarest in der Nacht auf Mittwoch den Luftraum des Nato-Landes, als das Signal der Drohnen kurz nach Mitternacht auf ihrem Radar erfasst wurde. Daraufhin seien zwei weitere Kampfflugzeuge der rumänischen Luftwaffe entsandt worden.
Auch Rumäniens Nachbarland Moldau meldete eine Verletzung seines Luftraums durch eine Drohne in der Nacht auf Mittwoch. Als Reaktion darauf sei der russische Botschafter einbestellt worden, erklärte das Außenministerium in Chisinau. In den vergangenen Wochen hatten auch die Nato-Partner Polen und Estland das Eindringen von Drohnen oder Militärflugzeugen in ihren Luftraum gemeldet. Die EU sprach von einer russischen "Eskalation".
Die britische Regierung gab am Mittwoch das Eindringen eines russischen Militärschiffs in britische Hoheitsgewässer bekannt. Das Schiff habe mit Laserstrahlen auf britische Piloten gezielt. Verteidigungsminister John Healey richtete daraufhin eine direkte Warnung an Moskau: "Meine Botschaft an Russland und (Russlands Präsident Wladimir) Putin lautet: Wir sehen euch. Wir wissen, was ihr tut." Er fügte mit Blick auf das russische Schiff "Jantar" hinzu: "Und wenn die Jantar diese Woche Richtung Süden fährt, dann sind wir bereit."
Th.Gonzalez--AT