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Spannungen wegen Taiwan: Japan mahnt seine Bürger in China zur Vorsicht
Inmitten der wachsenden Spannungen mit Peking wegen Äußerungen der japanischen Regierungschefin Sanae Takaichi zu Taiwan hat Japan seine Bürger in China zur Vorsicht gemahnt. "Achten Sie auf Ihre Umgebung und meiden sie so gut wie möglich Plätze, auf denen sich große Menschenmengen versammeln", erklärte die japanische Botschaft in China auf ihrer Website.
Der japanische Regierungssprecher Minoru Kihara sagte am Dienstag, eine solche Empfehlung werde "basierend auf einer umfassenden Bewertung der politischen Situation, darunter der Sicherheitslage in dem entsprechenden Land oder der entsprechenden Region sowie der sozialen Bedingungen ausgesprochen".
Die Botschaft empfahl Japanern in China zudem, Orte zu meiden, bei denen leicht ersichtlich sei, dass sie von vielen Japaner aufgesucht werden. Sie rief japanische Staatsangehörige auf, "die lokalen Gepflogenheiten zu respektieren" und im Umgang mit Einheimischen auf ihre Worte und ihr Verhalten zu achten. "Wenn Sie eine Person oder Gruppe sehen, die Ihnen verdächtig erscheint, halten Sie sich fern und verlassen Sie den Ort unverzüglich", hieß es weiter.
Die chinesische Regierung betonte, die Sicherheit von Ausländern in der Volksrepublik zu wahren. Außenamtssprecherin Mao Ning sagte auf Nachfrage zu der Warnung Tokios: "Die chinesische Regierung hat die Sicherheit von ausländischen Bürgern in China immer geschützt" und werde dies auch weiterhin in Übereinstimmung mit dem Gesetz tun.
Die Warnung aus Japan erfolgt wenige Tage nachdem China seine Bürger vor Reisen nach Japan gewarnt hatte. Auslöser der jüngsten Spannungen sind Äußerungen von Japans neuer Regierungschefin Takaichi über einen möglichen Militäreinsatz ihres Landes zur Verteidigung Taiwans.
Takaichi hatte Anfang November vor dem Parlament gesagt, eine militärische Eskalation des Taiwan-Konflikts etwa durch den Einsatz chinesischer Kriegsschiffe könne auch Japan in seiner Existenz bedrohen. Für den Fall eines solchen "Worst-Case-Szenarios" schloss die Regierungschefin den Einsatz japanischer Soldaten nicht aus und verwies auf das Recht zur "kollektiven Selbstverteidigung".
Chinas Außenamtssprecherin Mao betonte am Dienstag nach Gesprächen zwischen hochrangigen Vertretern des chinesischen und des japanischen Außenministeriums, dass Peking dabei erneut "starken Protest" wegen Takaichis "falschen Aussagen" zu China eingelegt habe. Sie fügte hinzu, die Äußerungen würden "die politische Grundlage der chinesisch-japanischen Beziehungen grundlegend beschädigen".
China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll - notfalls mit militärischer Gewalt. Japan hatte Taiwan, das nur rund 60 Kilometer von der nächstgelegenen japanischen Insel entfernt ist, bis 1945 jahrzehntelang besetzt gehalten.
R.Lee--AT