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Ex-Geisel Noa Argamani über freigelassenen Partner: "Er war nur in den Tunneln"
Die frühere israelische Hamas-Geisel Noa Argamani hat sich nach der Freilassung ihres Partners Avinatan Or aus dem Gazastreifen über die grausamen zwei Jahre seiner Geiselhaft geäußert. Im Gegensatz zu ihr sei ihr Partner "allein festgehalten" worden und "war nur in den Tunneln", schrieb Argamani am Dienstag im Onlinedienst X. Auch sei Avinatan erst 738 Tage nach seiner Entführung zurückgekehrt.
Sie selbst sei 246 Tage in der Gewalt der Islamisten gewesen, schrieb Argamani. Nach ihrer Entführung in den Gazastreifen sei sie zudem "in Häusern festgehalten" worden - "zusammen mit Kindern, Frauen und älteren Menschen".
Das junge Paar war am 7. Oktober 2023 getrennt worden. Bevor die Hamas und verbündete Palästinensergruppen an jenem Tag den Süden Israels überfielen, hatten Or und Argamani zusammen mit hunderten anderen jungen Menschen beim Nova-Musikfestival im Süden Israels getanzt. Aufnahmen, wie die junge Frau von Islamisten auf einem Motorrad entführt wird und dabei verzweifelt die Arme nach ihrem ebenfalls von Hamas-Kämpfern festgehaltenen Partner ausstreckt, sorgten weltweit für Entsetzen.
Im Juni 2024 wurde sie zusammen mit drei weiteren Geiseln bei einem israelischen Militäreinsatz befreit. Seit ihrer Befreiung setzte sich die junge Frau in internationalen Foren unermüdlich für die Freilassung der verbliebenen Geiseln ein - einschließlich ihres Partners.
Von Avinatan Or fehlte zwei Jahre lang jede Spur. Das erste und einzige Lebenszeichen erhielt die Familie durch Berichte einer im Januar im Zuge eines Abkommens freigelassenen Hamas-Geisel.
"Zwei Jahre sind vergangen, seit ich Avinatan, die Liebe meines Lebens, zum letzten Mal gesehen habe", schrieb Argamani einen Tag, nachdem die letzten 20 überlebenden Geiseln am Montag von der Hamas an das Rote Kreuz übergeben und nach Israel gebracht worden waren - darunter auch der mittlerweile 34-jährige Avinatan Or. Dieser erfuhr erst nach seiner Freilassung, dass seine Freundin bereits mehr als ein Jahr zuvor freigelassen worden war.
In ihrem X-Post dankte Argamani sowohl der israelischen Armee als auch US-Präsident Donald Trump für die Sicherung eines Waffenruhe-Abkommens. "Wir beide sind trotz aller Widrigkeiten nach Hause zurückgekehrt und wieder vereint", schrieb die 28-Jährige. "Endlich können wir gemeinsam mit der Heilung beginnen." Nun sei die Zeit gekommen, "unsere gemeinsame Reise zu beginnen".
Nach ihrer Freilassung am Montag waren die 20 überlebenden Hamas-Geiseln in Krankenhäuser gebracht und mit ihren Familien vereint worden. Einige von ihnen werden im Beilinson-Krankenhaus in Petah Tikva behandelt. Dessen Chefin Noa Eliakim Raz zufolge beeinträchtigt der Aufenthalt unter der Erde, wie ihn die Geiseln erlebt hätten, "alle Körpersysteme".
Die Hamas hält weiterhin die Leichen von 24 Geiseln fest, die gemäß den vereinbarten Bedingungen des Waffenruhe-Abkommens am Montag zurückgegeben werden sollten. "Wir werden die Gefallenen und Ermordeten niemals vergessen", schrieb Argamani und fügte hinzu: "Und wir werden nicht aufhören zu kämpfen, bis jeder gefallene Soldat und jede Geisel nach Israel zurückgebracht wurde, um dort ein würdiges Begräbnis zu erhalten."
F.Wilson--AT