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Israel meldet weitere Angriffe auf militärische Ziele im Iran
Am neunten Tag des Kriegs zwischen dem Iran und Israel hat die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben erneut Lager und Abschusseinrichtungen für Raketen angegriffen. Attackiert worden seien in der Nacht auf Samstag Ziele im Zentrum des Iran, erklärte die Luftwaffe. Dem israelischen Außenministerium zufolge schlug derweil eine iranische Rakete in einem Krebsforschungszentrum nahe Tel Aviv ein. Außenminister Gideon Saar zufolge ist es der israelischen Armee mit ihren bisherigen Angriffen bereits gelungen, die iranische Führung bei ihrem Weg zur Atombombe um mehrere Jahre zurückzuwerfen.
Eine iranische Rakete schlug dem Außenministerium zufolge "direkt" in einem Gebäude des Weizmann-Instituts für Krebsforschung in Rechovot südlich der Küstenmetropole Tel Aviv ein. Ein weiteres, noch nicht in Betrieb genommenes Gebäude sei ebenfalls zerstört worden, schrieb das Ministerium im Onlinedienst X. Israelische Rettungskräfte machten zunächst keine Angaben zu Verletzten.
Außenminister Saar sagte indes in einem Videointerview mit der "Bild"-Zeitung zum bisherigen Verlauf des Kriegs gegen den Iran, laut den seiner Regierung vorliegenden Einschätzungen habe das israelische Militär die Möglichkeit für den Iran, "eine Atombombe zu erlangen, bereits um mindestens zwei oder drei Jahre verzögert".
Zu den weiteren Zielen des israelischen Vorgehens sagte der Außenminister: "Wir werden nicht aufhören, bis wir alles getan haben, was möglich ist, um diese Bedrohung zu beseitigen." Auf die Frage, ob ein Regierungswechsel im Iran zu den Zielen seines Landes gehöre, sagte Saar: "Das Sicherheitskabinett hat bislang keinen Regimewechsel als Ziel in diesem Krieg definiert. Zumindest bisher nicht."
Für die derzeitigen Bemühungen um eine diplomatische Lösung sieht Saar unterdessen nach eigenen Angaben geringe Erfolgsaussichten. "Ich glaube nicht besonders an Diplomatie mit dem Iran", sagte Saar der "Bild"-Zeitung weiter und ergänzte: "Alle diplomatischen Bemühungen bisher waren nicht erfolgreich."
US-Präsident Donald Trump erklärte die europäische Initiative ebenfalls für aussichtslos. "Der Iran will nicht mit Europa reden. Sie wollen mit uns reden", sagte Trump am Freitag vor Journalisten. Europa werde daher "nicht in der Lage sein, dabei zu helfen".
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU), seine Kollegen aus Frankreich und Großbritannien sowie die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hatten zuvor in Genf den iranischen Chefdiplomaten Abbas Araghtschi getroffen. Ziel war eine Rückkehr zu einer Verhandlungslösung eine Woche nach Beginn des Kriegs zwischen Israel und dem Iran, insbesondere mit Blick auf das iranische Atomprogramm.
Der israelische Vertreter bei den Vereinten Nationen in Genf, Daniel Meron, hatte im Vorfeld der Gespräche gesagt, die europäischen Außenminister müssten gegenüber dem Iran eine "harte Haltung" einnehmen. Der Iran müsse sein Atomprogramm komplett zurückfahren, seine ballistischen Raketen zerstören und seine "regionalen terroristischen Aktivitäten" und die Unterstützung für "terroristische" Verbündete beenden.
Der iranische Außenminister Araghtschi machte nach dem Treffen erneut einen Stopp der israelischen Angriffe zur Bedingung für eine diplomatische Lösung. Teheran sei hierzu erst wieder bereit, "sobald die Aggression gestoppt ist und der Aggressor für seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen wurde".
Mehr als eine Woche nach Kriegsbeginn bezifferte eine in den USA ansässige Nichtregierungsorganisation die Zahl der im Iran getöteten Menschen auf 657. Hierunter seien mindestens 263 Zivilisten, erklärte die Human Rights Activists News Agency (HRANA), darunter mehr als 20 Kinder. 164 Angehörige des Militärs seien getötet worden, bei 230 Todesopfern habe HRANA nach nicht feststellen können, ob es sich um Zivilisten oder Angehörige der Armee handelte.
HRANA, die täglich über Menschenrechtsverletzungen im Iran berichtet, ist Teil der Nichtregierungsorganisation Human Rights Activists, welche 2005 im Iran gegründet wurde, aber später aufgrund der Unterdrückung durch die iranischen Behörden ihren Sitz in die USA verlegte.
Israel begründet seine Angriffe damit, dass es den Iran an der Herstellung von Atomwaffen hindern wolle. Teheran streitet derartige Vorhaben ab. Bei iranischen Vergeltungsangriffen auf Israel sind israelischen Angaben zufolge mindestens 25 Menschen getötet worden.
J.Gomez--AT