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Selenskyj kritisiert US-Zusagen zu russischen Agrarprodukten
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Ankündigung der US-Regierung kritisiert, sich für die Aufhebung von Handelsbeschränkungen für russische Agrarprodukte einzusetzen. "Wir glauben, dass das eine Schwächung der Position und eine Schwächung der Sanktionen ist", sagte Selenskyj am Dienstag bei einer Pressekonferenz in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Die Ukraine kenne aber noch nicht die "Details".
Zugleich begrüßte er die bei Gesprächen in Saudi-Arabien erzielte Einigung auf einen Verzicht auf Angriffe im Schwarzen Meer und auf Energie-Infrastruktur. "Es ist zu früh um zu sagen, ob es funktionieren wird, aber das waren die richtigen Treffen, die richtigen Entscheidungen, die richtigen Schritte", sagte der Präsident. "Niemand kann der Ukraine mehr vorwerfen, sich nicht auf einen nachhaltigen Frieden zuzubewegen."
Bei den Gesprächen über eine Waffenruhe im Ukraine-Krieghatten ukrainische und russische Unterhändler nach Angaben der USA einen Verzicht auf Angriffe im Schwarzen Meer zugesagt. Russland hatte bei den Verhandlungen offenbar vor allem auf eine mögliche Wiederbelebung einer Vereinbarung aus dem Jahr 2022 für einen sicheren Transport ukrainischer Agrarexporte über das Schwarze Meer im Gegenzug zu Sanktionserleichterungen für Moskau gedrängt.
Vertreter der USA hatten in den vergangenen Tagen in Saudi-Arabien getrennte Gespräche mit Russland und der Ukraine über eine mögliche Feuerpause im russischen Angriffskrieg gesprochen. Selenskyj sagte dazu am Dienstag, es sei vereinbart worden, dass Drittländer die Umsetzung von Teilen einer Waffenruhe überwachen könnten. "Das ist keine schlechte Sache", sagte er. So könnten die Türkei oder "jemand aus Europa" sich um das Thema Meer kümmern und "jemand aus dem Nahen Osten" sich um das Thema Energie.
Die Ukraine jedenfalls werde sich an ihre mit den USA erzielten Vereinbarungen halten, betonte der Präsident. "Wir werden unseren Job erledigen, die Vereinbarungen des Ukraine-USA-Treffens umzusetzen."
Kritik übte Selenskyj am US-Sondergesandten Steve Witkoff, der sich zuletzt sehr positiv über den russischen Präsidenten Wladimir Putin geäußert hatte und auch eine Annexion einiger ukrainischer Gebiete durch Russland zu legitimieren schien. Solche Äußerungen stünden im Einklang mit "Botschaften des Kreml", sagte der ukrainische Präsident.
P.Hernandez--AT