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Huthi-Miliz meldet neue US-Angriffe im Jemen
Nach der Eskalation im Konflikt zwischen US-Streitkräften und der Huthi-Miliz im Jemen ist vorerst keine Entspannung in Sicht. Der von den Huthis kontrollierte Sender Al-Masirah und die Nachrichtenagentur Saba berichteten am Montag von erneuten US-Angriffen auf die Regionen Hodeida und Al-Salif. Zuvor hatte die Miliz behauptet, zweimal einen US-Flugzeugträger im Roten Meer angegriffen zu haben. Unterdessen versammelten sich in mehreren Städten im Jemen zehntausende Menschen, um gegen die US-Angriffe zu demonstrieren.
Die USA hatten am Wochenende erstmals seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Januar Angriffe auf Huthi-Stellungen im Jemen geflogen. Der US-Präsident hatte in der Nacht zum Sonntag eine "entscheidende und starke Militäraktion" bekanntgegeben, um die Angriffe der Miliz auf Schiffe im Roten Meer zu beenden. Nach Angaben der Huthis wurden dabei mindestens 53 Menschen getötet und mindestens 98 weitere verletzt.
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz verkündete am Montag, "aus Vergeltung" zum zweiten Mal binnen 24 Stunden Raketen und Drohnen auf den US-Flugzeugträger "USS Harry Truman" und mehrere seiner Begleitschiffe im nördlichen Roten Meer abgefeuert zu haben.
Trump drohte dem Iran am Montag mit "entsetzlichen" Konsequenzen, sollten die Huthi-Miliz ihre Angriffe fortsetzen. In einer Onlinebotschaft wies er dem Iran die direkte Verantwortung für die Huthi-Attacken zu: "Jeder von den Huthis abgefeuerte Schuss wird von nun an als Schuss betrachtet werden, der von den Waffen und der Führung des Iran abgefeuert wurde", warnte der US-Präsident in seinem Onlinedienst Truth Social.
Die Bundesregierung mahnte eine verhältnismäßige Reaktion auf die Angriffe der Huthis an. Diese hätten "immer wieder auf Eskalation gesetzt", dennoch müssten alle Reaktionen auf deren Angriffe "im Einklang mit dem Völkerrecht" erfolgen, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Sebastian Fischer.
China mahnte angesichts der Entwicklungen in der Region zur Deeskalation. "China lehnt jegliches Vorgehen ab, das die Situation im Roten Meer eskaliert", sagte Außenministeriumssprecherin Mao Ning. Sie rief dazu auf, die Spannungen in der Region auf diplomatischem Wege beizulegen.
Die Huthi-Miliz hatte seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 immer wieder Schiffe im Roten Meer und im Golf von Aden sowie Ziele in Israel mit Drohnen und Raketen angegriffen - eigenen Angaben zufolge "aus Solidarität" mit den Palästinensern im Gazastreifen. Nach einer Unterbrechung seit Beginn der Waffenruhe im Gazastreifen am 19. Januar drohte die Miliz am vergangenen Dienstag mit neuen Angriffen auf israelische Schiffe, auch im Arabischen Meer und in der Straße von Baba al-Mandab.
Trump kündigte daraufhin in seinem Onlinedienst Truth Social an, "überwältigende tödliche Gewalt" anzuwenden, um ein Ende der Angriffe zu erreichen.
Das für den Nahen Osten zuständige US-Militärkommando Centcom sprach von "Präzisionsangriffen" mit dem Ziel, "amerikanische Interessen zu verteidigen, Feinde abzuschrecken und die Freiheit der Schifffahrt wiederherzustellen".
Die Huthi-Miliz rief als Antwort auf die US-Luftangriffe zu Demonstrationen auf. Nach Angaben des von den Huthis kontrollierten Fernsehsenders Al-Masirah folgten am Montag zehntausende Menschen dem Aufruf. Bei einer Demonstration in der Hauptstadt Sanaa schwenkten einige Teilnehmer Waffen und hielten Schilder mit dem Schriftzug "Tod für Amerika, Tod für Israel" in die Luft, wie auf Bildern des Senders zu sehen war. In den Städten Saada, Dhamar, Hodeida und Amran fanden ebenfalls Demonstrationen statt.
Die Huthi-Miliz kontrolliert große Teile des Jemen einschließlich der Hauptstadt Sanaa. Wie die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas und die libanesische Hisbollah-Miliz gehören die Huthis zu der vom Iran angeführten und gegen Israel und die USA gerichteten "Achse des Widerstands". Deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels.
O.Ortiz--AT