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Proteste gegen Gaza-Krieg in US-Metropolen - Mann setzt seinen Arm in Brand
Bei einer der Demonstrationen in US-Städten für eine Waffenruhe im Gazastreifen hat ein Mann als Zeichen des Protests seinen Arm in Brand gesteckt. Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, näherte sich der Mann einer bereits seit zwei Stunden in Washington laufenden Kundgebung und versuchte, sich selbst anzuzünden. Schließlich gelang es ihm, seinen linken Arm in Brand zu stecken und ihn wie eine Fackel in die Luft zu recken.
Polizisten und Demonstrierende kamen dem Mann zu Hilfe. Sie löschten die Flammen mit Wasser, die Protestteilnehmer setzten dazu außerdem ihre Kefijas, traditionelle palästinensische Schals, ein. "Ich bin Journalist und wir vernachlässigen es, wir verbreiten Fehlinformationen", rief der Mann zwischen Schmerzensschreien, als die Flammen an seinem Arm gelöscht wurden. Die Polizei teilte später mit, er werde wegen "nicht lebensgefährlicher Verletzungen" behandelt.
Anlass der Proteste von Washington bis Los Angeles war der erste Jahrestag des brutalen Hamas-Angriffs auf Israel am 7. Oktober 2023, der den bis heute andauernden Gaza-Krieg ausgelöst hatte. In der US-Hauptstadt demonstrierten etwa tausend wütende Menschen vor dem Weißen Haus. Viele forderten die US-Regierung auf, ihre milliardenschweren Militärhilfen für Israel einzustellen. Viele Teilnehmer schwenkten Palästinenserfahnen sowie libanesische Flaggen.
Eine Demonstrantin mit palästinensischen und libanesischen Wurzeln namens Laila sagte AFP, das vergangene Jahr habe sie desillusioniert und sie werde daher wahrscheinlich bei der US-Präsidentschaftswahl am 5. November zu Hause bleiben. "Das stößt mich jetzt alles ab", sagte sie mit Blick auf die Nahost-Politik der US-Regierung.
In New York demonstrierten tausende Menschen rund um den Times Square. "Wir als Amerikaner sind es leid, dass unser Steuergeld nach Israel geht, damit es Kinder in Palästina und und jetzt auch noch im Libanon bombardiert", sagte der Demonstrant Daniel Perez.
Eine weitere Demonstration gab es in der kalifornischen Metropole Los Angeles. Dort riefen viele Teilnehmer auf Transparenten dazu auf, den "Genozid" im Gazastreifen zu beenden.
Am 7. Oktober 2023 waren hunderte Kämpfer der Hamas und verbündeter islamistischer Gruppen vom Gazastreifen aus in den Süden Israels eingedrungen. In mehreren Ortschaften, auf einem Musikfestival und als Geiseln im Gazastreifen wurden israelischen Angaben zufolge insgesamt 1205 Menschen getötet, überwiegend Zivilisten. Von den 251 von der Hamas verschleppten Geiseln werden derzeit noch 97 im Gazastreifen festgehalten, von denen 33 von Israel offiziell für tot erklärt wurden.
Israel geht seit dem Großangriff der Hamas massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach jüngsten Angaben der Hamas-Gesundheitsbehörde, die nicht unabhängig überprüft werden können, mehr als 41.800 Menschen getötet. Seit einigen Tagen geht die israelische Armee zudem verstärkt gegen die mit der Hamas verbündeten pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon vor.
D.Lopez--AT