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Mindestens 31 Tote bei Angriffen in der Ukraine - Kinderklinik in Kiew getroffen
Russland hat in einer massiven Angriffswelle dutzende Raketen auf ukrainische Städte abgefeuert und dabei am Montag auch ein Kinderkrankenhaus in der Hauptstadt Kiew getroffen. Bei den Angriffen wurden nach ukrainischen Angaben mindestens 31 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt. International wurden die "barbarischen" und "scheußlichen" Angriffe auf ukrainische Zivilisten verurteilt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte im Onlinedienst X eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats.
Nach ukrainischen Angaben wurde das Ochmatdyt-Kinderkrankenhaus in Kiew von einem russischen Marschflugkörper getroffen. Vor Ort seien "relevante Beweise, insbesondere Fragmente vom hinteren Teils einer Ch-101-Rakete" inklusive einer Seriennummer gefunden worden, hieß es in einer Erklärung des Inlandsgeheimdiensts SBU. Bei dem Angriff wurden demnach mindestens zwei Krankenpfleger getötet und sieben weitere Menschen verletzt, darunter auch Kinder. Dutzende Freiwillige, Ärzte und Rettungskräfte suchten in den Trümmern eines Gebäudes des Krankenhauses nach Überlebenden.
Moskau hatte zuvor eine Verantwortung bestritten und erklärt, das Krankenhaus sei von Trümmern ukrainischer Luftabwehrraketen getroffen worden. Beweise wurde jedoch nicht vorgelegt.
Die getroffene Ochmatdyt-Klinik in Kiew ist nach Angaben Selenskyjs eines der "wichtigsten Krankenhäuser für Kinder in Europa". Bei einem Besuch in Warschau gedachte er gemeinsam mit Polens Regierungschef Donald Tusk der Opfer in einer Schweigeminute. Tusk sagte, es gäbe "keine Worte, Dokumente oder politischen Erklärungen", die ausreichen würden, um einerseits den Aggressor zu verurteilen und andererseits Solidarität und Unterstützung für die Ukraine zum Ausdruck zu bringen.
Selenskyj machte auf seinem Weg zum Nato-Gipfel in Washington in Warschau Station. Dort unterzeichneten Polen und die Ukraine ein bilaterales Sicherheitsabkommen für die langfristige Zusammenarbeit im Bereich der Verteidigung. Bei dem Gipfel in Washington wollen die Nato-Mitglieder von Dienstag bis Donnerstag die Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses diskutieren sowie weitere Hilfen für die Ukraine koordinieren. Kiew hat seine Verbündeten wiederholt dazu aufgerufen, mehr Flugabwehrsysteme zu liefern, um russische Angriffe besser abwehren zu können.
Die UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe in der Ukraine, Denise Brown, verurteilte die tödlichen Angriffe. "Es ist unverzeihlich, dass in diesem Krieg Kinder getötet und verletzt werden", hieß es in einer Erklärung.
Ähnlich äußerte sich der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell: "Russland nimmt weiterhin rücksichtslos ukrainische Zivilisten ins Visier", erklärte er im Onlinedienst X. Die Ukraine brauche jetzt eine Luftverteidigung. "Alle Verantwortlichen für russische Kriegsverbrechen werden zur Rechenschaft gezogen", betonte Borrell.
Das französische Außenministerium erklärte, der "direkte und absichtliche" Angriff auf ein Kinderkrankenhaus könne "der Liste der Kriegsverbrechen" zugefügt werden, für die sich Russland werde verantworten müssen. Auch der neue britische Außenminister David Lammy forderte, die Verantwortlichen für den "illegalen" Krieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin müssten zur Rechenschaft gezogen werden.
Die Zahl der Toten durch die russischen Luftangriffe in Kiew stieg im Laufe des Tages auf mindestens 17, wie die Militärverwaltung der Hauptstadt mitteilte.
In der Hauptstadt waren am Morgen Luftschutzsirenen und Explosionen zu hören und schwarzer Rauch stieg über dem Stadtzentrum auf, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden mehrere Wohnhäuser und ein Bürogebäude beschädigt. AFP-Reporter berichteten von brennenden Autos und zerfetzten Bäumen. Der Energieversorger DTEK teilte mit, in Kiew seien drei Umspannwerke "zerstört oder beschädigt" worden.
Gegen Mittag war eine weitere Explosion in der Hauptstadt zu hören. Bei diesem zweiten Angriff sei ein Teil einer weiteren Gesundheitseinrichtung zerstört worden, teilten die Rettungsdienste in Onlinediensten mit. In der Geburtsklinik starben mindestens vier Menschen.
Auch Selenskyjs Heimatstadt Krywyj Rih wurde angegriffen. Nach Angaben von Bürgermeister Oleksandr Wilkul wurden dort mindestens zehn Menschen getötet und 41 verletzt, zehn davon schwer.
Neben Kiew und Krywyj Rih seien auch die Städte Dnipro, Slowjansk und Kramatorsk attackiert worden, schrieb Selenskyj in Onlinenetzwerken. Dabei seien "mehr als 40 Geschosse verschiedener Art" eingesetzt worden.
Der Gouverneur der Region Dnipropetrowsk, Serhij Lysak, teilte mit, in Dnipro seien ein Hochhaus und ein Unternehmensgebäude beschädigt worden. Die örtlichen Militärbehörden meldeten einen Toten und sechs Verletzte. In der Region Donezk wurden nach Angaben von Gouverneur Wadym Filatschkin drei Menschen in der Stadt Pokrowsk getötet.
Y.Baker--AT