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Mindestens 24 Tote bei Angriffen in der Ukraine - Kinderklinik in Kiew getroffen
Russland hat in einer massiven Angriffswelle dutzende Raketen auf ukrainische Städte abgefeuert und dabei am Montag auch ein Kinderkrankenhaus in der Hauptstadt Kiew getroffen. Bei den Angriffen wurden nach ukrainischen Angaben mindestens 24 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt. Die Regierungen in Frankreich und Großbritannien verurteilten die "barbarischen" und "scheußlichen" Angriffe auf ukrainische Zivilisten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gedachte bei einem Besuch in Warschau in einer Schweigeminute der Opfer.
Nach ukrainischen Angaben wurde das Ochmatdyt-Kinderkrankenhauses in Kiew von einem russischen Marschflugkörper getroffen. Dutzende Freiwillige, Ärzte und Rettungskräfte suchten in den Trümmern eines Gebäudes des Krankenhauses nach Überlebenden.
Selenskyj schrieb im Onlinedienst X von einem der "wichtigsten Krankenhäuser für Kinder in Europa". Es sei unklar, wie viele Menschen unter den Trümmern verschüttet seien. Die genaue Zahl der Todesopfer sei noch unbekannt. "Russland kann nicht behaupten, dass es nicht weiß, wo seine Raketen einschlagen", erklärte der Präsident.
Das russische Verteidigungsministerium in Moskau erklärte hingegen, die Schäden in Kiew seien durch herabstürzende Trümmer ukrainischer Flugabwehrraketen verursacht worden. Die russischen Streitkräfte hätten ihre beabsichtigten militärischen Ziele getroffen.
Das französische Außenministerium erklärte, der "direkte und absichtliche" Angriff auf ein Kinderkrankenhaus könne "der Liste der Kriegsverbrechen" zugefügt werden, für die sich Russland werde verantworten müssen. Auch der neue britische Außenminister David Lammy forderte, die Verantwortlichen für den "illegalen" Krieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin müssten zur Rechenschaft gezogen werden.
Die Zahl der Toten durch die russischen Luftangriffe in Kiew stieg im Laufe des Vormittags auf mindestens zehn. 35 Menschen wurden verletzt, wie die Militärverwaltung der Hauptstadt mitteilte. Zunächst waren fünf Tote gemeldet worden.
In der Hauptstadt waren am Morgen Luftschutzsirenen und Explosionen zu hören und schwarzer Rauch stieg über dem Stadtzentrum auf, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden mehrere Wohnhäuser und ein Bürogebäude beschädigt. AFP-Reporter berichteten von brennenden Autos und zerfetzten Bäumen. Der Energieversorger DTEK teilte mit, in Kiew seien drei Umspannwerke "zerstört oder beschädigt" worden.
Gegen Mittag war eine weitere Explosion in der Hauptstadt zu hören. Bei diesem zweiten Angriff sei ein Teil einer weiteren Gesundheitseinrichtung zerstört worden, teilten die Rettungsdienste in Onlinediensten mit. "Es gibt vier Tote und drei Verletzte", hieß es weiter.
Auch Selenskyjs Heimatstadt Krywyj Rih wurde angegriffen. Nach Angaben von Bürgermeister Oleksandr Wilkul wurden dort mindestens zehn Menschen getötet und 41 verletzt, zehn davon schwer.
Neben Kiew und Krywyj Rih seien auch die Städte Dnipro, Slowjansk und Kramatorsk attackiert worden, schrieb Selenskyj in Onlinenetzwerken. Dabei seien "mehr als 40 Geschosse verschiedener Art" eingesetzt worden.
Der Gouverneur der Region Dnipropetrowsk, Serhij Lysak, teilte mit, in Dnipro seien ein Hochhaus und ein Unternehmensgebäude beschädigt worden. Die örtlichen Militärbehörden meldeten einen Toten und sechs Verletzte. In der Region Donezk wurden nach Angaben von Gouverneur Wadym Filatschkine drei Menschen in der Stadt Pokrowsk getötet.
Selenskyj machte am Montag auf seinem Weg zum Nato-Gipfel in Washington in Warschau Station. Dort unterzeichneten Polen und die Ukraine ein bilaterales Sicherheitsabkommen für die langfristige Zusammenarbeit im Bereich der Verteidigung.
Bei dem Gipfel in Washington wollen die Nato-Mitglieder von Dienstag bis Donnerstag die Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses diskutieren sowie weitere Hilfen für die Ukraine koordinieren. Kiew hat seine Verbündeten wiederholt dazu aufgerufen, mehr Flugabwehrsysteme zu liefern, um russische Angriffe besser abwehren zu können.
H.Thompson--AT