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Landesweite Proteste in Israel - Demonstranten fordern Geisel-Abkommen
In Tel Aviv haben Demonstranten am Sonntag den zweiten Tag in Folge Straßen blockiert, um die israelische Regierung zu einem Abkommen mit der Hamas zur Befreiung der Geiseln zu bewegen. Die landesweite Protestaktion begann um 06.29 Uhr (Ortszeit; 05.29 Uhr MESZ) - der Uhrzeit des Beginns der Angriffe der Hamas auf Israel vor genau neun Monaten, die den Gazakrieg auslösten.
Fahnenschwenkende Demonstranten hielten an einer Kreuzung in Tel Aviv den Verkehr auf. Sie forderten Neuwahlen und mehr Anstrengungen hinsichtlich einer Befreiung der von der Hamas in den Gazastreifen verschleppten israelischen Geiseln. Zuvor war es bei der Besetzung einer Straße bereits zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen, die Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer ein.
In Jerusalem verstärkte die Polizei vor einer für Sonntag angekündigten Demonstration die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Wohnsitz von Regierungschef Benjamin Netanjahu.
Angehörige der Geiseln zeigten sich indes nach den jüngsten Verhandlungen um eine Waffenruhe und Befreiung der Geiseln zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas hoffnungsvoll. "Zum ersten Mal haben wir das Gefühl, dass die Rückkehr unserer Angehörigen näher gerückt ist als je zuvor", sagte Sachar Mor, ein Verwandter einer Geisel, bei einer Demonstration am Samstag. "Das ist eine Chance, die wir nicht verpassen dürfen."
Durch den beispiellosen Großangriff von Kämpfern der Hamas und anderer militanter Palästinensergruppen auf Israel war am 7. Oktober der Gaza-Krieg ausgelöst worden. Dabei waren nach israelischen Angaben 1195 Menschen getötet und 251 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt worden. 116 befinden sich nach wie vor in der Gewalt der Hamas, 42 von ihnen sind laut der israelischen Armee bereits tot.
Als Reaktion auf den Überfall geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums vom Sonntag, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dabei bislang mehr als 38.150 Menschen getötet.
P.Hernandez--AT