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Pro-palästinensische Aktivisten protestieren auf Dach von australischem Parlament
Eine Gruppe pro-palästinensischer Aktivisten hat auf dem Dach des Parlamentsgebäudes in der australischen Hauptstadt Canberra Banner mit Aufschriften wie "Palästina wird frei sein" entrollt. Ganz in schwarz und mit sogenannten Palästinensertüchern bekleidet kletterte die kleine Gruppe am Donnerstag auf das Dach über dem Eingang und brachte dort mehrere schwarze Transparente mit weißer Schrift an. Der oppositionelle Senator James Paterson bezeichnete die Aktion als "ernsthafte Verletzung der Sicherheit des Parlaments".
Der Protest folgte auf die Suspendierung einer muslimischen Senatorin, die sich für die Anerkennung eines palästinensischen Staates durch Australien ausgesprochen hatte. Fatima Payman erklärte, sie sei von der Regierung "ins Exil" geschickt worden, nachdem sie einen von den Grünen eingebrachten Parlamentsantrag unterstützt hatte. Wie viele seiner westlichen Verbündeten erkennt Australien einen palästinensischen Staat nicht an, unterstützt aber eine Zweistaatenlösung.
In nationalen Medien warf die Protestgruppe Renegade Activists dem australischen Premierminister Anthony Albanese eine Mitschuld am Krieg im Gazastreifen vor. Sie erklärte, "nicht vergeben" und "nicht vergessen" zu können.
Der Krieg im Gazastreifen war vor knapp neun Monaten durch einen beispiellosen Großangriff von Kämpfern der radikalislamischen Hamas und anderer militanter Palästinensergruppen auf Israel am 7. Oktober ausgelöst worden. Dabei waren nach israelischen Angaben 1195 Menschen getötet und 251 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt worden. 116 befinden sich nach wie vor in der Gewalt der Hamas, 42 von ihnen sind laut der israelischen Armee bereits tot.
Als Reaktion auf den Überfall geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Die israelische Regierung hat erklärt, die Hamas vernichten zu wollen. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums vom Sonntag, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dabei bislang mehr als 37.900 Menschen getötet.
H.Thompson--AT