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Wahlumfrage in Frankreich: Rechtspopulisten mit Abstand vorn
Drei Tage vor der Parlamentswahl in Frankreich liegt die rechtspopulistische Partei Rassemblement National (RN) nach einer neuen Umfrage mit 36 Prozent weiter mit großem Abstand vorn. Das links-grüne Wahlbündnis Neue Volksfront folgt mit 29 Prozent der Stimmen, das Regierungslager ist mit 19,5 Prozent weit abgeschlagen, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Ipsos-Umfrage hervorgeht. Die Wahlbeteiligung könnte demnach von knapp 48 Prozent 2022 auf bis zu 65 Prozent steigen.
Mehrere Politiker, die sich als Kandidaten für das Amt des Premierministers ins Gespräch gebracht haben, stoßen auf heftige Ablehnung. So wird der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon von 78 Prozent der Befragten als schlechte Wahl bezeichnet. Der sozialistische Ex-Präsident François Hollande wird von 62 Prozent der Befragten abgelehnt. Die Neue Volksfront hat sich nicht für einen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Premierministers entschieden.
Der amtierende Premierminister Gabriel Attal, der sich stark im Wahlkampf engagiert hat, kommt auf 29 Prozent Zustimmung. Der Rechtspopulist Jordan Bardella, der im Fall einer absoluten Mehrheit für sein Lager das Amt des Premierministers anstrebt, kommt auf 36 Prozent - identisch mit dem Ergebnis für seine Partei.
Die Möglichkeit, dass Ex-Premierminister Edouard Philippe in das Amt zurückkehren könnte, halten 32 Prozent der Befragten für wünschenswert. Der Vertraute von Präsident Emmanuel Macron ist zuletzt auf Distanz zu ihm gegangen und bringt sich als Kandidat für die Präsidentschaftswahl 2027 in Stellung.
Attal und Bardella treffen am Abend zum zweiten Mal in diesem Wahlkampf in einer TV-Debatte aufeinander. Die Neue Volksfront wird dabei vom Sozialistenchef Olivier Faure vertreten. An der vorigen TV-Debatte hatte der Linkspopulist Manuel Bompard teilgenommen. Die Debatte hatte sich größtenteils um die Finanzierung der verschiedenen Wahlprogramme gedreht. Internationale Fragen - wie Frankreichs Rolle in der EU oder die Unterstützung der Ukraine - waren nicht angesprochen worden.
Ch.P.Lewis--AT