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Mehrere Tote bei Angriffen im Gazastreifen - Kämpfe laut Zivilschutz weniger intensiv
Bei Angriffen der israelischen Armee im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben erneut mehrere Menschen getötet worden. In der Stadt Beit Lahia im Norden des Palästinensergebiets starben am frühen Mittwochmorgen eine Frau und drei Kinder bei einem Angriff auf ein Haus, wie der örtliche Zivilschutz mitteilte. Auch aus der Stadt Gaza wurde Beschuss gemeldet.
Augenzeugen zufolge kam es auch in der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens zu Kämpfen zwischen israelischen Soldaten und Kämpfern der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas. Laut einem Beamten des Zivilschutzes wurden dort innerhalb weniger Stunden die Leichen von mindestens 15 Menschen aus verschiedenen Stadtteilen geborgen.
Der Sprecher des Zivilschutzes im Gazastreifen, Mahmud Basal, sprach am Mittwoch allerdings von weniger intensiven Angriffen durch das israelische Militär. "Nur einige wenige Gebiete wurden ins Visier genommen und die restlichen Sektoren des Gebiets sind derzeit ruhig", sagte er der Nachrichtenagentur AFP.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte vor wenigen Tagen erklärt, dass sich die "intensive Phase" der Kämpfe in Rafah einem Ende nähere.
Der Krieg im Gazastreifen war vor mehr als acht Monaten durch den beispiellosen Angriff von Kämpfern der Hamas auf Israel ausgelöst worden. Israelischen Angaben zufolge wurden bei dem Überfall am 7. Oktober 1195 Menschen getötet. Zudem verschleppte die Hamas rund 250 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen.
Seitdem geht Israel militärisch gegen Ziele im Gazastreifen vor. Nach Angaben der Hamas, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden bislang mehr als 37.700 Menschen getötet. Unter den Toten befinden laut dem örtlichen Zivilschutz auch zehn Mitglieder der Familie des in Katar lebenden politischen Führers der Hamas, Ismail Hanija. Sie wurden demnach am Dienstag bei einem Anschlag getötet.
Während die Intensität der Angriffe auf den Gazastreifen abnimmt, wächst die Sorge vor einem Krieg zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im nördlichen Nachbarland Libanon. Angesichts der Drohungen beider Seiten verstärkte sich in den vergangenen Tagen die Furcht vor einer Eskalation. Israels Außenminister Israel Katz drohte der Hisbollah mit ihrer Zerstörung in einem "umfassenden Krieg".
Ein solcher Krieg könne "leicht zu einem regionalen Krieg mit verheerenden Folgen für den Nahen Osten werden", sagte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin bei einem Besuch seines israelischen Kollegen Joav Gallant im Pentagon.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warf derweil dem Westen vor, israelische Pläne für Angriffe auf den Libanon zu unterstützen. "Netanjahus Pläne, den Krieg auf die Region auszuweiten, werden zu einer großen Katastrophe führen", sagte er am Mittwoch vor Abgeordneten seiner islamisch-konservativen Partei AKP.
A.Taylor--AT