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Drei Tote und dutzende Verletzte bei russischem Bombenangriff auf Charkiw
Bei einem russischen Bombenangriff auf ein Wohngebäude in der Stadt Charkiw sind nach ukrainischen Angaben mindestens drei Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. Nach Angaben der ukrainischen Behörden wurde die nahe der Grenze zu Russland gelegene Stadt am Samstag von vier Lenkbomben getroffen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte im Onlinedienst Telegram Aufnahmen von einem mehrstöckigen Wohnhaus mit aufgerissener Fassade und einem davor klaffenden Krater. Der Angriff sei mit Lenkbomben erfolgt, schrieb Selenskyj. Mindestens 52 Menschen wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft bei dem Angriff verletzt, darunter drei Jugendliche. Ärzte kämpften um das Leben von vier der Verletzten, erklärte Regionalgouverneur Oleh Synegubow.
Allein seit Anfang des Monats habe Russland mehr als 2400 Lenkbomben gegen die Ukraine eingesetzt, rund 700 davon in der Region Charkiw, erklärte Selenskyj. "Das ist berechnender Terror".
Die russische Zeitung "Rossijskaja Gaseta" hatte kürzlich berichtet, dass Moskau in der Ukraine Lenkbomben einsetzt. Demnach können diese sowohl vom Boden als auch aus der Luft abgefeuert werden, es sei daher "fast unmöglich" einen Angriff vorherzusehen.
Die zweitgrößte Stadt der Ukraine ist seit Beginn des russischen Angriffskrieges regelmäßig russischem Beschuss ausgesetzt. Anfang Mai startete die russische Armee in der Region Charkiw zudem eine Bodenoffensive, bei der sie größere Geländegewinne erzielen konnte. Seither haben auch die Angriffe auf die Stadt Charkiw zugenommen. Im vergangenen Monat waren bei einem Lenkbombenangriff auf einen Baumarkt in der Stadt 16 Menschen getötet worden.
Neben dem Angriff auf Charkiw nahm Moskau in der Nacht zum Samstag erneut die Energieinfrastruktur der Ukraine mit Marschflugkörpern und Drohnen ins Visier. Dabei wurden nach Angaben des Versorgungsunternehmens Ukrenergo in Saporischschja zwei Arbeiter verletzt. In der Region Lwiw brach nach Angaben von Regionalgouverneur Maksym Kosyzki ein Brand in einer "wichtigen Energie-Anlage" aus.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte am Samstag, russische Truppen hätten einen Angriff auf ukrainische Energieanlagen ausgeführt, "die die Waffenproduktion versorgen". Zudem seien Lagerhäuser beschossen worden, in denen vom Westen gelieferte Waffen gelagert worden seien. "Alle festgelegten Ziele" seien bei dem Angriff getroffen worden.
Russland greift die ukrainische Energieinfrastruktur seit Beginn seines Angriffskrieges im Februar 2022 regelmäßig mit Raketen und Drohnen an. Die gezielten Angriffe verursachen Stromausfälle und Energieknappheit. Nach Angaben Selenskyjs kann das Land inzwischen nur noch halb so viel Strom produzieren wie vor dem Krieg.
Die ukrainische Armee meldete derweil Kämpfe nahe den Städten Pokrowsk und Torezk in der Region Donezk im Osten des Landes. Russland setze dort "bedeutende Truppen" ein und habe seinen Vorstoß beschleunigt. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, Russlands Truppen hätten ihre Positionen in den Regionen Donezk, Luhansk und Charkiw verbessert.
A.Taylor--AT