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Drei Tote bei russischem Bombenangriff auf Charkiw
Bei einem russischen Bombenangriff auf ein Wohngebäude in der Stadt Charkiw sind nach ukrainischen Angaben mindestens drei Menschen getötet worden. 29 weitere Menschen wurden nach Angaben von Innenminister Ihor Klymenko am Samstag bei dem Angriff auf die Stadt im Nordosten des Landes verletzt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte im Onlinedienst Telegram Aufnahmen von einem Wohnblock mit aufgerissener Fassade und einem davor klaffenden Krater. Der Angriff sei mit Lenkbomben erfolgt, schrieb Selenskyj.
Charkiw liegt nahe der russischen Grenze. Die zweitgrößte Stadt der Ukraine ist seit Beginn des russischen Angriffskrieges regelmäßig russischem Beschuss ausgesetzt. Anfang Mai startete die russische Armee in der Region Charkiw zudem eine Bodenoffensive, bei der sie größere Geländegewinne erzielen konnte.
Neben dem Angriff auf Charkiw nahm Moskau in der Nacht zum Samstag erneut die Energieinfrastruktur der Ukraine ins Visier. Nach Angaben des ukrainischen Energieministeriums handelte es sich um den achten "massiven" Beschuss ukrainischer Kraftwerke in den vergangenen drei Monaten. Dabei wurden nach Angaben des Versorgungsunternehmens Ukrenergo in Saporischschja zwei Arbeiter verletzt. In der Region Lwiw brach nach Angaben von Regionalgouverneur Maksym Kosyzki ein Brand in einer "wichtigen Energie-Anlage" aus.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte am Samstag, russische Truppen hätten einen Angriff auf ukrainische Energieanlagen ausgeführt, "die die Waffenproduktion versorgen". Zudem seien Lagerhäuser beschossen worden, in denen vom Westen gelieferte Waffen gelagert worden seien. "Alle festgelegten Ziele" seien bei dem Angriff getroffen worden.
Russland greift die ukrainische Energieinfrastruktur seit Beginn seines Angriffskrieges im Februar 2022 regelmäßig mit Raketen und Drohnen an. Die gezielten Angriffe verursachen Stromausfälle und Energieknappheit. Nach Angaben Selenskyjs kann das Land inzwischen nur noch halb so viel Strom produzieren wie vor dem Krieg.
Die ukrainische Armee meldete derweil Kämpfe nahe den Städten Pokrowsk und Torezk in der Region Donezk im Osten des Landes. Russland setze dort "bedeutende Truppen" ein und habe seinen Vorstoß beschleunigt. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, Russlands Truppen hätten ihre Positionen in den Regionen Donezk, Luhansk und Charkiw verbessert.
W.Moreno--AT