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Haitis Ministerpräsident tauscht im Kampf gegen Bandengewalt Polizeichef aus
Im Kampf gegen die Bandengewalt im Land hat Haitis neuer Ministerpräsident Garry Conille den Chef der nationalen Polizei ausgetauscht. "Wir haben uns für einen Wechsel an der Spitze der Polizei entschieden, weil wir der Meinung waren, dass es an der Zeit war, der Institution neuen Schwung und neue Energie zu verleihen", sagte Conille am Donnerstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz. Neuer Polizeichef in dem Karibikstaat wird demnach Rameau Normil.
Die Bevölkerung müsse sich in den "Prozess der Wiederherstellung der Sicherheit" einbezogen fühlen, sagte Conille weiter. Er versprach eine bessere Kommunikation zwischen den Bürgern und der Polizei. Zudem stellte er eine nationale Strategie zur Korruptionsbekämpfung in Aussicht.
Haiti steckt seit Jahren in einer schweren Krise, zu der neben Bandengewalt auch politische Instabilität und wirtschaftliche Not beitragen. Die Situation verschärfte sich Ende Februar während einer Auslandsreise des damaligen Interims-Regierungschefs Ariel Henry. Bewaffnete Bandenmitglieder griffen Polizeiwachen an und befreiten tausende Häftlinge aus Gefängnissen. Sie forderten den Rücktritt des seit 2021 regierenden Henry, dessen Amtszeit Anfang Februar abgelaufen war.
Mitte März erklärte sich Henry schließlich zum Rücktritt bereit und übergab die Regierungsgeschäfte an einen Übergangsrat, bis Conille Ende Mai zum neuen Interims-Ministerpräsidenten ernannt wurde.
Infolge der Bandengewalt in dem Karibikstaat sind UN-Angaben zufolge 580.000 Menschen aus dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land geflohen. Dies ist allein seit März ein Anstieg um 60 Prozent.
J.Gomez--AT