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Raketenangriffe der Hisbollah auf Israel schüren Angst vor regionalem Krieg
Angesichts der anhaltenden Raketenangriffe der libanesischen Hisbollah-Miliz auf Israel und der israelischen Gegenangriffe wächst die Angst vor einem regionalen Krieg in Nahost. Die israelische Armee erklärte, sie habe in der Nacht zum Freitag einen neuen Angriff aus dem Libanon abgewehrt. Libanesische Medien berichteten von israelischen Luftangriffen auf den Südlibanon. Eine Eskalation des Konfliktes müsse verhindert werden, sagte US-Außenminister Antony Blinken am Donnerstag bei einem Treffen mit israelischen Regierungsvertretern in Washington.
Es müsse eine "diplomatische Lösung gefunden werden, die es den israelischen und libanesischen Familien erlaubt, in ihre Häuser zurückzukehren", sagte Blinken laut Angaben seines Sprechers Matthew Miller bei dem Treffen mit Israels Nationalem Sicherheitsberater Tzachi Hanegbi und dem israelischen Minister für strategische Angelegenheiten, Ron Dermer.
Zwischen dem Weißen Haus und Israel hatte es am Donnerstag Misstöne gegeben. Die US-Regierung reagierte verärgert auf Kritik des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, der sich über Verzögerungen bei US-Rüstungslieferungen für den Militäreinsatz im Gazastreifen beschwert hatte. Diese Kommentare seien angesichts der fortgesetzten US-Unterstützung für Israel "tief enttäuschend" und "ärgerlich", sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, John Kirby.
Netanjahu hatte in dieser Woche in einer Videobotschaft gesagt, dass er zwar den US-Beistand im Gaza-Krieg zu schätzen wisse. Doch nannte er es zugleich "unfassbar", dass Washington in den vergangenen Monaten "Waffen und Munition für Israel zurückgehalten" habe. Nach Angaben der US-Regierung wurde jedoch lediglich eine US-Lieferung von 900-Kilo-Bomben für Israel gestoppt. Der Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, hatte dies mit Sorgen begründet, dass diese Bomben "auf dicht bevölkerte Städte abgeworfen" werden könnten.
Die Hisbollah-Miliz erklärte am Donnerstag, sie habe "dutzende" Raketen auf den Norden Israels abgefeuert. Es handele sich um eine Vergeltungsmaßnahme für einen tödlichen israelischen Angriff im Dorf Deir Kifa.
Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hatte zuvor in einer Fernsehansprache gesagt, "der Feind weiß genau, dass wir uns auf das Schlimmste vorbereitet haben (...), und dass kein Ort (...) von unseren Raketen verschont bleiben wird". Zudem warnte er das EU-Land Zypern davor, Israels Armee im Kriegsfall seine Flughäfen und Stützpunkte nutzen zu lassen.
Die zyprische Regierung erklärte daraufhin, die Drohungen entbehrten "jeglicher Grundlage". Zypern unterhalte "ausgezeichnete Beziehungen zu allen Ländern in der Region", sei in keinen Konflikt verwickelt und "wird auch nicht in einen solchen verwickelt werden".
Die israelische Armee gab an, sie habe einen Hisbollah-Kämpfer getötet, der für die Planung und Ausführung von "Terroranschlägen gegen Israel" verantwortlich gewesen sei und die Bodentruppen der Hisbollah befehligt habe. Die Hisbollah verkündete lediglich den Tod einer ihrer Kämpfer.
Die israelische Armeeführung hatte am Dienstag einen Einsatzplan für eine mögliche Offensive im Libanon beschlossen. Ranghohe Armeevertreter hätten bei einer gemeinsamem Lagebeurteilung im Nordkommando eine Offensive im Libanon "genehmigt und freigegeben", teilte die Armee mit. Der israelische Außenminister Israel Katz drohte der Hisbollah mit ihrer Zerstörung in einem "umfassenden Krieg".
Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas vor mehr als acht Monaten feuert die vom Iran unterstützte und mit der Hamas verbündete Hisbollah Raketen und Drohnen auf Israel ab. Zehntausende Menschen in Israel mussten seitdem ihre Häuser verlassen. Israelischen Angaben zufolge wurden im Norden des Landes mindestens 15 Soldaten und elf Zivilisten getötet.
Israel reagiert auf den Beschuss verstärkt mit Angriffen auf Hisbollah-Stellungen im Südlibanon. Einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP zufolge wurden dabei im Libanon mindestens 479 Menschen getötet, darunter über 93 Zivilisten.
R.Garcia--AT