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Hisbollah-Kommandeur im Libanon getötet - Miliz reagiert mit massivem Beschuss Israels
Die israelische Armee hat einen hochrangigen Kommandeur der islamistischen Hisbollah-Miliz im Libanon getötet. Taleb Sami Abdallah sei bei einem Luftangriff "eliminiert" worden, bestätigte die Armee am Mittwoch. Nach Angaben des libanesischen Militärs handelt es sich um den wichtigsten seit Beginn des Gaza-Kriegs getöteten Befehlshaber der libanesischen Miliz. Die Hisbollah reagierte am Mittwoch mit massiven Raketenbeschuss auf Israel und kündigte an, die Angriffe weiter zu verschärfen.
"Dutzende Katjuscha-Raketen" seien auf Militärstützpunkte in Nordisrael gefeuert worden, teilte die Hisbollah mit. Als "Antwort auf den Mord" an Abdallah, genannt Abu Taleb, wurde demnach unter anderem eine Rüstungsfabrik beschossen und getroffen.
Nach Angaben der israelischen Armee wurden in den Morgenstunden in zwei Wellen insgesamt rund 160 Geschosse auf israelisches Gebiet abgeschossen. Nach vorläufigen Behördenangaben kam dabei niemand zu Schaden. Die meisten Raketen wurden der Armee zufolge abgefangen. Andere gingen demnach auf unbebautem Gebiet nieder.
Die Tötung Abdallahs ist der schwerste Schlag gegen die pro-iranische Hisbollah im Südlibanon seit dem Beginn der Kämpfe in Folge des im Oktober ausgebrochenen Gaza-Kriegs. Der israelischen Armee zufolge war Abdallah seit Jahren an der Planung und Ausführung von Attentaten gegen Israel beteiligt.
Wie ein Vertreter des libanesischen Militärs erklärte, wurde der Hisbollah-Kommandeur am Dienstagabend mit drei weiteren Menschen bei einem Angriff auf den rund 15 Kilometer nördlich der Grenze zu Israel gelegenen Ort Dschuaijja getötet.
Der 1969 im Südlibanon geborene Abdallah sei "als Märtyrer auf dem Weg nach Jerusalem" gestorben, schrieb die Hisbollah in der für sie üblichen Formulierung für im Kampf getötete Mitglieder. Später erklärte die pro-iranische Schiiten-Miliz, ein zweiter Kämpfer namens Mohammad Hussein Sabra sei bei demselben israelischen Angriff getötet worden.
Bislang galt der im Januar bei einem israelischen Angriff ums Leben gekommene Wissam Hassan Tawil als ranghöchstes seit Beginn des Gaza-Kriegs getötetes Hisbollah-Mitglied. Tawil war unter anderem an der Gefangennahme von israelischen Soldaten beteiligt gewesen, die 2006 einen Krieg zwischen der Hisbollah und Israel ausgelöst hatten.
"Der israelische Feind hat dem islamischen Widerstand einen schweren und schmerzhaften Schlag verpasst", schrieb die Hisbollah-nahe libanesische Zeitung "Al-Akhbar" am Mittwoch. Der Angriff stelle eine "gefährliche Eskalation" dar.
Seit dem Beginn des Kriegs zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen am 7. Oktober kommt es fast täglich zu gegenseitigem Beschuss zwischen Israel und Hisbollah-Kämpfern. In den vergangenen Tagen hatte die Intensität der Kämpfe zugenommen.
Die israelische Armee hatte die Hisbollah beschuldigt, vor dem Angriff auf Abdallah die israelisch besetzten Golanhöhen mit 50 Raketenangriffen attackiert zu haben. In der vergangenen Woche hatte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu gesagt, sein Land sei bereit für eine "sehr intensive Operation" an der Nordgrenze zum Libanon. "Auf die eine oder andere Weise werden wir dort die Sicherheit wiederherstellen", sagte Netanjahu.
Die USA warnten ihren Verbündeten daraufhin vor einer Eskalation des Konflikts, der die Sicherheit Israels gefährden würde. Dem Hisbollah-Experten Amal Saad zufolge sind die "gewagten" Angriffe der Hisbollah jedoch eine "kontrollierte Eskalation", die nicht bedeute, dass die Hisbollah "Krieg" wolle. Die mit der Hamas verbündete Miliz hatte angekündigt, die Kämpfe einzustellen, sollte es zu einem Waffenstillstand zwischen der Hamas und Israel im Gazastreifen kommen.
Im Libanon wurden seit Beginn der Kämpfe in Folge des 7. Oktobers nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP seit Oktober mindestens 468 Menschen getötet, darunter etwa 90 Zivilisten und 307 Hisbollah-Kämpfer. Nach israelischen Angaben wurden auf der israelischen Seite der Grenze mindestens 15 Soldaten und elf Zivilisten getötet. Zehntausende Menschen wurden auf israelischer Seite zum Verlassen ihrer Häuser gezwungen.
T.Sanchez--AT