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Sohn von US-Präsident Biden des illegalen Waffenbesitzes schuldig gesprochen
Eine Jury hat den US-Präsidentensohn Hunter Biden des illegalen Besitzes einer Schusswaffe schuldig gesprochen. Die zwölf Geschworenen in dem Prozess vor einem Bundesgericht in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware sprachen den Sohn von Präsident Joe Biden in allen drei Anklagepunkten schuldig. Das Strafmaß wird zu einem späteren Zeitpunkt verkündet.
In dem ersten Prozess der US-Geschichte gegen das Kind eines amtierenden Präsidenten hatten die zwölfköpfige Jury zwei Tage lang etwa drei Stunden beraten, bevor sie ihr Urteil fällte.
Dem 54-jährigen Präsidentensohn droht nun eine Haftstrafe von bis zu 25 Jahren. Da es jedoch seine erste strafrechtliche Verurteilung ist, kann der frühere Anwalt, Geschäftsmann und Lobbyist auf eine deutlich mildere Strafe hoffen. Häufig gibt es in vergleichbaren Fällen gar keine Haftstrafe.
Einer der Anklagepunkte bezieht sich auf den kurzzeitigen Besitz des Revolvers im Jahr 2018 - was Hunter Biden als damaligem Konsumenten illegaler Drogen verboten war. In den beiden anderen Punkten wurde er schuldig gesprochen, beim Ausfüllen eines Dokuments zum Kauf der Waffe über seinen Rauschgiftkonsum gelogen zu haben.
Für US-Präsident Biden bergen die juristischen Probleme seines Sohnes, dem im September auch noch ein Prozess wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung bevorsteht, politische Risiken: Er muss Schaden für seine Wahlkampagne für eine zweite Amtszeit befürchten. First Lady Jill Biden wohnte dem Prozess gegen ihren Stiefsohn an mehreren Tagen bei, der Präsident kam dagegen nicht zu dem Prozess.
Nach dem Schulspruch gab das Weiße Haus aber bekannt, das Joe Biden kurzfristig in seine Heimatstadt Wilmington reisen werde. Hunter Biden wartete auf dem Rollfeld eines Luftstützpunktes, als das Flugzeug mit seinem Vater landete. Die beiden umarmten sich, bevor sie in in einer Fahrzeugkolonne das Flugfeld verließen.
In einer Erklärung hatte Joe Biden zuvor erneut seine "Liebe und Unterstützung" für seinen Sohn bekundet. "Ich bin der Präsident, aber ich bin auch Vater", erklärte Biden. "Jill und ich lieben unseren Sohn und wir sind so stolz auf den Mann, der er heute ist."
"So viele Familien, deren Angehörige gegen eine Sucht gekämpft haben, können verstehen, wie stolz man ist, wenn wie ein geliebter Mensch es überstanden hat", fügte Biden hinzu. Er werde das Urteil und das weitere Verfahren akzeptieren, versicherte der Präsident. Über eine Berufung hat sein Sohn demnach noch nicht entschieden.
Der Sonderermittler David Weiss, der in dem Fall ermittelt hatte, sagte nach dem Schuldspruch vor Journalisten: "Niemand in diesem Land steht über dem Gesetz. Jeder muss für seine Taten zur Verantwortung gezogen werden, auch dieser Angeklagte." Weiss fügte hinzu, in dem Fall sei es "nicht nur um Sucht" gegangen. "In diesem Fall ging es um die illegalen Entscheidungen, die der Angeklagte während seiner Sucht getroffen hat", sagte Weiss. "Seine Entscheidung, beim Kauf einer Waffe auf einem behördlichen Formular zu lügen, und seine Entscheidung, diese Waffe dann zu besitzen."
Seine Drogensucht hat Hunter Biden laut eigener Schilderung seit 2019 überwunden. Er hat in seiner Autobiografie offen über seine frühere Crack-Abhängigkeit und Wodka-Exzesse berichtet. Hunter Biden ist der Sohn von Joe Biden und seiner ersten Ehefrau Neilia, die 1972 bei einem Autounfall starb. Hunter und sein Bruder Beau saßen im Wagen, sie überlebten schwer verletzt, während auch ihre kleine Schwester Naomi ums Leben kam. Beau Biden starb 2015 an einem Hirntumor.
Hunter Biden befindet sich seit Jahren im Visier der US-Justiz und ist auch eine bevorzugte Zielscheibe der politischen Gegner seines Vaters. Präsident Biden muss sich sorgen, dass der Schuldspruch gegen seinen Sohn von seinem Amtsvorgänger und voraussichtlichen erneuten Wahl-Kontrahenten Donald Trump benutzt wird, um von dessen eigenen juristischen Nöten abzulenken. Trumps Wahlkampf-Sprecherin Karoline Leavitt erklärte, der Prozess gegen Hunter Biden sei "nichts weiter als eine Ablenkung von den wahren Verbrechen der kriminellen Biden-Familie" gewesen.
Trump war Ende Mai als erster ehemaliger US-Präsident der Geschichte strafrechtlich verurteilt worden: Eine New Yorker Jury befand ihn schuldig, Geschäftsdokumente gefälscht zu haben, um vor der Wahl 2016 eine Schweigegeldzahlung an die frühere Pornodarstellerin Stormy Daniels zu vertuschen. Die Verkündung des Strafmaßes für Trump soll am 11. Juli erfolgen.
W.Morales--AT