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Tausende demonstrieren in französischen Städten gegen Rechtspopulisten
Nach dem deutlichen Sieg der Rechtspopulisten bei der Europawahl in Frankreich sind am Montag tausende Menschen in mehreren Städten Frankreichs gegen die extreme Rechte auf die Straße gegangen. In Paris versammelten sich nach Angaben eines Journalisten der Nachrichtenagentur AFP am Abend mehrere tausend Demonstrierende auf dem Place de la République und skandierten unter anderem "Die Jugend scheißt auf den Front National".
Die Partei Front National wurde 1972 von Jean-Marie Le Pen gegründet. Dessen Tochter Marine Le Pen benannte die Partei später in Rassemblement National (RN) um und distanzierte sich zunehmend von ihrem Vater. Die RN erzielte bei der Europawahl über 31 Prozent der Stimmen, mehr als doppelt so viel wie die Liste des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Macron rief daraufhin überraschend Neuwahlen für das Parlament am 30. Juni aus.
Sie habe unbedingt bei der Demonstration dabei sein wollen, sagte die 24-jährige Studentin Alice in Paris. "Die Aussicht, in drei Wochen einen rechtsextremen Premierminister zu haben, macht mir furchtbare Angst", sagte sie.
Auch in weiteren Städten kam es zu Protesten. In Marseille und Toulouseetwa versammelten sich nach Polizeiangaben tausende Menschen zu Demonstrationen. Auch in Nantes, Bordeaux, Rennes und Lyon gingen zahlreiche Demonstrierende auf die Straße.
Zuvor hatten unter anderem Studentenverbände und Jugendorganisationen zu Kundgebungen aufgerufen. Die Idee sei es, "sich zu versammeln und zu zeigen, dass die Jugend das ablehnt, was sich gestern mit den Ergebnissen der Europawahlen abgespielt hat", sagte Eléonore Schmitt, Sprecherin des Studentenverbandes L'Union étudiante, der den Protest in Paris initiiert hatte, der AFP.
Bereits am Montagmorgen hatten sich rund hundert Jugendliche vor dem renommierten Lycée Henri IV im 5. Arrondissement von Paris zu Protesten versammelt. "Wir sind hier, um zu zeigen, dass wir gegen den Erfolg des RN sind, gegen diese von Macron getroffene Entscheidung zur Auflösung, die gefährlich ist", sagte eine 17-jährige Gymnasiastin der AFP.
Die Gewerkschaft CGT rief ihrerseits am Montag "die Welt der Arbeit" dazu auf, sich gewerkschaftlich zu organisieren und "an allen Initiativen zur Mobilisierung gegen die extreme Rechte und gegen die Politik von Emmanuel Macron teilzunehmen". Für das Wochenende werden größere Kundgebungen erwartet.
W.Morales--AT