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Huthi-Miliz entführt zahlreiche Mitarbeiter von Hilfsorganisationen im Jemen
Die pro-iranische Huthi-Miliz im Jemen hat nach Angaben von Aktivisten und Behörden mehr als ein Dutzend Mitarbeiter von Hilfsorganisationen verschleppt, darunter mehrere UN-Mitarbeiter. Insgesamt seien mindestens 18 einheimische Mitarbeiter von Hilfsorganisationen verschleppt worden, erklärte die jemenitische Menschenrechtsorganisation Majjun am Freitag. Die UNO forderte die sofortige Freilassung der Verschleppten. Die international anerkannte Regierung des Jemen verurteilte die Entführungen als "krassen Verstoß gegen internationale Gesetze und Konventionen".
Laut der NGO fanden die Entführungen zeitgleich in vier von den Huthis kontrollierten Regionen des Landes statt. Die Menschen seien aus ihren Wohnhäusern verschleppt worden. Die international anerkannte Regierung des Jemen sprach von einer "massiven Entführungskampagne", die sich gegen "dutzende Angestellte der Vereinten Nationen, das Büro des UN-Gesandten Hans Grundberg und mehrere internationale Organisationen" gerichtet habe.
UN-Sprecher Stéphane Dujarric erklärte, insgesamt seien elf Ortskräfte der Vereinten Nationen unter den Verschleppten. Die UNO versuche über "sämtliche verfügbaren Kanäle" deren "bedingungslose Freilassung" zu erreichen.
Die NGO prangerte die Entführungen als "schwerwiegende Eskalation" und "Erpressungspraktiken" der Huthis an, "um politische und wirtschaftliche Vorteile zu erlangen".
Das Vorgehen der Miliz untergrabe die wichtige humanitäre Arbeit im Jemen zu einer Zeit, in der die Mehrheit der Menschen in dem Land "keinen angemessenen Zugang zu Grundbedürfnissen wie Nahrung und Wasser" habe, sagte Niku Jafarnia von Human Rights Watch (HRW) der AFP. Laut HRW wurden zusammen mit der Mitarbeiterin einer Bürgerrechtsorganisation auch deren neun Monate und drei Jahre alte Kinder verschleppt.
Die schiitische Huthi-Miliz befindet sich seit Jahren im Bürgerkrieg mit der international anerkannten Regierung des Jemen, seit 2014 kontrolliert die mit dem Iran verbündete Miliz die jemenitische Hauptstadt Sanaa. 2015 begann ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis, zugunsten der Regierungstruppen einzugreifen.
Der Konflikt in dem ärmsten Land der arabischen Halbinsel und seine Folgen gehören nach UN-Angaben zu den schlimmsten humanitären Katastrophen weltweit. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sind auf Hilfe angewiesen.
Seit Beginn des Jemen-Konflikts haben die Huthis hunderte Zivilisten entführt, willkürlich festgehalten und gefoltert, darunter UN- und NGO-Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr setzte die Hilfsorganisation Save the Children ihre Arbeit im Norden des Landes vorübergehend aus, nachdem einer ihrer Mitarbeiter in der Hauptstadt Sanaa ums Leben gekommen war.
M.King--AT