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Bericht: Bundeswehr braucht wegen Nato-Verpflichtungen deutlich mehr Soldaten
Der Personalbedarf der Bundeswehr ist einem Bericht zufolge größer als bisher bekannt. Der "Spiegel" zitierte am Freitag aus vertraulichen Papieren des Bundesverteidigungsministeriums, die den zusätzlichen Bedarf auf "weitere 75.000 Soldatinnen und Soldaten" veranschlagen. Hintergrund sind die neuen Verteidigungspläne der Nato, die im vergangenen Jahr auf dem Gipfel des Bündnisses in Vilnius beschlossen worden waren.
Aus diesen politischen Plänen, die Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses zu stärken, haben die Militärs inzwischen konkrete Anforderungen an die Nato-Mitglieder errechnet. Die Nato-Forderung "nach zusätzlichen Korps- und Divisionstruppen sowie Brigaden samt Unterstützungskräften" bedeute für die Bundeswehr einen Zusatzbedarf von 75.000 Soldatinnen und Soldaten, zitiert der "Spiegel" aus einem Bericht der Abteilung "Einsatzbereitschaft und Unterstützung Streitkräfte".
In einem weiteren internen Bericht aus dem Ministerium von Boris Pistorius (SPD) steht dem Magazin zufolge, dass die Nato-Planungen "absehbar" eine Erhöhung des deutschen Personalziels von bisher 203.000 auf "tendenziell deutlich über 272.000 Soldatinnen und Soldaten" erfordern würden.
Pistorius will in der kommenden Woche seine Pläne für ein Wehrdienstmodell vorstellen, das der Bundeswehr mehr Rekruten zuführen soll. Nach Informationen des "Spiegel" sehen seine Pläne vor, allen 18-Jährigen einen Fragebogen zu schicken. Sie sollen demnach Auskunft über ihre Fitness und ihre Interessen geben und mitteilen, ob sie sich eine Zukunft bei der Bundeswehr vorstellen können.
Frauen müssten nicht antworten, für Männer solle der Fragebogen verpflichtend sein; wer ihn nicht ausfüllt, dem könnte ein Bußgeld drohen. Aus dem Pool derer, die Interesse an der Truppe bekunden, solle ein Teil per Anschreiben zur Musterung verpflichtet werden. So sollten pro Jahr bis zu 10.000 Rekruten eingestellt werden.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte am Freitag in Berlin zum Bericht des "Spiegel": Er könne weder die entsprechenden Zahlen noch die Berichterstattung bestätigen.
G.P.Martin--AT