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Tote bei Angriff auf UN-Schule im Gazastreifen - Israel spricht von "Stützpunkt" der Hamas
Bei einem israelischen Angriff auf eine Schule des UN-Palästinenserhilfswerks (UNRWA) im Gazastreifen sind nach Angaben eines örtlichen Krankenhauses mindestens 37 Menschen getötet worden. Wie die israelische Armee am Donnerstag erklärte, zielte der Angriff in der Region Nuseirat auf einen "Stützpunkt der Hamas" in der Schule. Demnach wurden "mehrere Terroristen" getötet. Bei einem Beschuss durch die libanesische Hisbollah-Miliz auf den Norden Israels kam unterdessen ein israelischer Soldat ums Leben.
Kampfflugzeuge hätten einen "präzisen Angriff" auf den Stützpunkt der radikalislamischen Hamas im Inneren der von UNRWA betriebenen Schule ausgeführt, erklärte die israelische Armee. Ihren Angaben zufolge nutzten Mitglieder der Hamas und der islamistischen Miliz Islamischer Dschihad das Gelände der Schule, um von dort aus "ihre Terrorkampagne zu steuern".
Das Al-Aksa-Märtyrer-Krankenhaus in der Stadt Deir el-Balah sprach von mindestens 37 Toten bei dem Angriff. UNRWA-Chef Philippe Lazzarini erklärte im Onlinedienst X, die Schule sei "ohne Vorwarnung" angegriffen worden. Wie weitere Gebäude des UN-Palästinenserhilfswerks wurde die Schule als Schutzraum für durch die Kämpfe vertriebene Zivilisten im Gazastreifen genutzt.
Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, wie Männer nach dem Angriff die Schäden an dem Gebäude begutachteten. Demnach wurden bei dem Angriff Wände zerstört, auf dem Boden waren zudem Teppiche, Decken und Matratzen mit Blutflecken zu sehen.
Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor fast acht Monaten hat Israel der Hamas immer wieder vorgeworfen, Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen und zivile Einrichtungen wie Krankenhäuser und Schulen für ihre Infrastruktur zu nutzen. Die Hamas streitet dies ab.
Neben der Schule wurde laut einem Mediziner des Al-Aksa-Märtyrer-Krankenhauses auch ein Flüchtlingslager in Nuseirat beschossen. Dabei seien mindestens sechs Menschen getötet worden. Augenzeugen zufolge gerieten auch Teile der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens erneut unter Beschuss. Die israelische Armee erklärte, sie habe in dem Gebiet drei Kämpfer getötet, die versucht hätten, den Sicherheitszaun zwischen dem Gazastreifen und Israel zu überwinden.
Die israelische Armee kämpft seit dem 7. Oktober im Gazastreifen gegen die Hamas. Der Krieg war durch einen Großangriff der Hamas auf Israel ausgelöst worden, bei dem israelischen Angaben zufolge 1194 Menschen brutal getötet wurden. Zudem wurden 251 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.
Als Reaktion auf den Großangriff der Hamas geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dabei bislang mehr als 36.650 Menschen getötet.
Auch im Norden Israels kommt es seit Kriegsbeginn fast täglich zu Gefechten zwischen der israelischen Armee und der mit der Hamas verbündeten Hisbollah-Miliz im Libanon. Diese hatten sich in den vergangenen Tagen verstärkt. Bei einem Drohnenangriff der pro-iranischen Hisbollah auf die nordisraelische Stadt Hurfeish wurde nach Angaben der israelischen Armee ein israelischer Soldat getötet.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte zuvor mit einer "sehr intensiven Operation" an der Nordgrenze zum Libanon gedroht. Die USA warnten vor einer Eskalation des Konflikts in dem Gebiet.
In Katar wurden unterdessen die Gespräche über einen von US-Präsident Joe Biden vorgestellten israelischen Waffenruhe-Plan im Gazastreifen fortgesetzt. Ägyptische Medien berichteten mit Verweis auf hochrangige Beamte von "positiven Signalen" seitens der Hamas-Führung. Eine Antwort der Palästinenserorganisation werde "in den kommenden Tagen" erwartet. Der von Biden präsentierte Plan sieht neben einer Waffenruhe auch einen Rückzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen sowie eine Freilassung von Geiseln vor.
In einer gemeinsamen Erklärung forderten Staats- und Regierungschefs aus 17 Ländern, darunter die USA, Deutschland sowie weitere EU-Länder, Großbritannien, Thailand und südamerikanische Staaten die Hamas auf, der vorgelegten Vereinbarung zuzustimmen. "Die Zeit drängt", heißt es darin. Die Hamas müsse die Vereinbarung "zum Abschluss bringen". Die Länder betonten: "Der Krieg muss endlich aufhören und diese Vereinbarung ist dafür der nötige Ansatzpunkt." Weiter appellierten die Unterzeichner sowohl an die israelische Führung als auch die Hamas, "alle notwendigen letzten Kompromisse für eine solche Einigung" einzugehen.
Spanien schloss sich derweil einer Klage Südafrikas vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) an, in der Israel ein "Völkermord" im Gazastreifen vorgeworfen wird. Zur Begründung sagte Spaniens Außenminister José Manuel Albares, Ziel sei ein Ende des Krieges und ein Vorankommen auf dem Weg zu einer Zwei-Staaten-Lösung. Spanien hatte vor rund einer Woche offiziell einen Palästinenserstaat anerkannt.
J.Gomez--AT