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Ukrainischer Gouverneur: Fünf Tote bei russischem Beschuss von Charkiw
Bei russischen Angriffen auf die Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine sind nach Angaben des örtlichen Gouverneurs fünf Menschen getötet worden. 23 weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte Regionalgouverneur Oleh Synehubow am Freitag im Onlinedienst Telegram. Er warf Russland vor, erneut eine Taktik des doppelten Angriffs verfolgt zu haben, obwohl Ärzte, Rettungs- und Sicherheitskräfte bereits vor Ort gewesen seien.
Der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow, teilte mit, bei dem Angriff sei ein fünfstöckiges Gebäude im Viertel Nowobawarsky getroffen worden, in dem Zivilisten geschlafen hätten. Unter den Trümmern befänden sich möglicherweise weitere Opfer. Die örtliche Staatsanwaltschaft erklärte, bei dem Angriff seien S-300- und S-400-Raketen aus der russischen Grenzregion Belgorod abgefeuert worden. Von den fünf Geschossen habe eines ein fünfstöckiges Wohngebäude getroffen, die übrigen seien in dessen Nähe eingeschlagen.
Auch aus der Hauptstadt Kiew wurde ein massiver nächtlicher Raketenangriff gemeldet. Es seien aber alle Geschosse abgewehrt worden, teilte die Kiewer Militäradministration mit.
Charkiw ist die zweitgrößte Stadt der Ukraine und beinahe täglich Ziel von Angriffen, die hauptsächlich von russischem Territorium ausgehen. Die russische Armee hatte Mitte Mai eine Offensive in der Region Charkiw gestartet und die ukrainischen Streitkräfte unter Druck gesetzt. Dabei verzeichnete sie eine Reihe von Geländegewinnen.
US-Präsident Joe Biden hob nach Angaben eines US-Regierungsvertreters vom Donnerstag Beschränkungen auf, die es der Ukraine bislang untersagten, von den USA gelieferte Waffen gegen Ziele auf russischem Gebiet einzusetzen. Dies gelte jedoch nur zur Verteidigung der Region Charkiw. Auch Berlin erlaube dies nun für von Deutschland gelieferte Waffen, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Freitag mit.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte unterdessen erneut mehr Hilfe bei der Luftabwehr. Auch andere Waffen benötige die ukrainische Armee dringend, sagte er in Stockholm.
Zugleich warnte Selenskyj vor weiteren Provokationen Moskaus im Baltikum. "Nur gemeinsam können wir den Wahnsinn aus Moskau stoppen." Vor einer Woche hatte Estland erklärt, dass russische Grenzschützer Bojen aus dem Fluss Narva entfernt hätten, die die Grenze markieren.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau wehrte die russische Seite in der Region Krasnodar in der Nacht zum Freitag 29 Drohnenangriffe der Ukraine ab. Auch fünf Raketen seien abgefangen worden, hieß es in der Erklärung.
M.White--AT