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Äypten hebt subventionierten Brotpreis erstmals seit 30 Jahren an
Vor dem Hintergrund der schweren Wirtschaftskrise im Land hat die Regierung in Ägypten erstmals seit 30 Jahren den subventionierten Brotpreis angehoben. Ministerpräsident Mustafa Madbuli erklärte am Mittwoch, der Schritt sei nötig, um die Staatskasse zu entlasten, damit Staatshilfen auch weiterhin gewährt werden könnten. Der Preis für einen Laib Brot wird somit ab dem 1. Juni von fünf Piaster (0,1 Cent) auf 20 Piaster vervierfacht.
Ägypten befindet sich seit zwei Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise. Das ägyptische Pfund verlor zwei Drittel seines Wertes, die Inflation stieg im vergangenen Jahr auf ein Rekordniveau von fast 40 Prozent. Bei den Nahrungsmitteln überstieg sie im vergangenen August sogar 70 Prozent.
Kairo erhielt zu Beginn des Jahres Finanzhilfenin Höhe von insgesamt über 50 Milliarden Dollar, bereitgestellt in Form von Krediten und Investitionsvereinbarungen durch den Internationalen Währungsfonds (IWF), die Weltbank und die Vereinigten Arabischen Emirate. Im Gegenzug verpflichtete sich die ägyptische Regierung zu Reformen.
Die Treibstoffsubventionen wurden bereits gekürzt und die Preise für die öffentlichen Verkehrsmittel erhöht - der Brotpreis, der hohen symbolischen Wert hat, blieb bisher ausgespart.
Bereits vor der Krise lebten viele Ägypterinnen und Ägypter unter der Armutsgrenze. 71 Millionen der insgesamt 106 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner des Landes sind laut Madbuli auf die subventionierten Brotpreise angewiesen. Auch wenn sich die Kosten für das Grundnahrungsmittel seit Jahrzehnten nicht verändert haben, berichten Konsumenten, dass ein Laib Brot im Laufe der Jahre immer kleiner geworden sei.
T.Sanchez--AT