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Israelische Armee: Mindestens acht Raketen aus Gazastreifen auf Israel abgefeuert
Aus Rafah im Süden des Gazastreifens sind nach Angaben der israelischen Armee mindestens acht Raketen auf Israel abgefeuert worden. Einige der Geschosse, die auf das Landesinnere zielten, seien abgefangen worden, teilte die israelische Luftabwehr am Sonntag mit. Am Abend sollte das israelische Kriegskabinett zusammenkommen, um über die Verhandlungen zur Freilassung der seit mehr als sieben Monate im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln zu diskutieren.
Reporter der Nachrichtenagentur AFP im Gazastreifen beobachteten am Sonntag, dass mehrere Raketen aus Rafah abgefeuert wurden. In Tel Aviv und im Zentrum Israels wurden die Bewohner mit Sirenenalarm aufgefordert, Schutz vor den Raketen zu suchen, wie AFP-Journalisten berichteten. Es war der erste Raketenalarm in der Region seit Monaten. Aus dem Zentrum des Landes wurden mindestens drei Explosionen gemeldet.
Der bewaffnete Arm der Hamas erklärte, er habe einen "großen Schwall Raketen" auf die israelische Metropole Tel Aviv abgefeuert. Es handele sich dabei um eine Reaktion "auf die zionistischen Massaker gegen Zivilisten", hieß es in der Erklärung der Essedin-al-Kassam-Brigaden.
Das israelische Militär meldete am Sonntag auch den Tod eines israelischen Soldaten im Norden des Gazastreifens. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der israelischen Bodenoffensive in dem Palästinensergebiet getöteten israelischen Soldaten auf 289. Das Militär teilte zudem mit, dass es in den vergangenen 24 Stunden "mehr als 50 terroristische Ziele" im Gazastreifen zerstört habe. Gefechte wurden aus dem gesamten Gebiet gemeldet, insbesondere jedoch aus Rafah.
Ein hochrangiger israelischer Beamter teilte AFP mit, das Kriegskabinett wolle um 21.00 Uhr zu Beratungen zusammenkommen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ließ vor dem Treffen von seinem Büro erklären, dass er gegen ein Ende des Kriegs und einen Rückzug der israelischen Armee im Gazastreifens sei. Eine Erfüllung der entsprechenden Forderungen der Hamas würde dazu führen, dass die Palästinenserorganisation "in der Lage sein wird, die Gräueltaten vom 7. Oktober immer wieder und wieder zu begehen", hieß es in einer Erklärung.
Kämpfer der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas hatten am 7. Oktober einen beispiellosen Angriff auf Israel verübt und dabei israelischen Angaben zufolge mehr als 1170 Menschen getötet. Zudem wurden 252 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.
Als Reaktion auf den Angriff geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dabei bislang mehr als 35.900 Menschen getötet. Die Versorgungslage in dem Palästinensergebiet ist katastrophal.
Der ägyptische Sender Al-Kahera News berichtete unterdessen, dass 200 Lastwagen mit Hilfsgütern über den Grenzübergang Kerem Schalom in den Gazastreifen gelangt seien. Unter anderem seien "vier Treibstoff-Tankwagen" auf dem Weg zu Krankenhäusern in dem Palästinensergebiet.
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock regte an, die EU-Kontrollmission an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten wieder einzusetzen. Eine solche Mission könnte dazu beitragen, dass bei einer Öffnung der Grenze humanitäre Hilfsleistungen in den Gazastreifen gelangen könnten, sagte Baerbock beim "Demokratiefest" in Berlin. Sie wolle beim EU-Außenministertreffen am Montag in Brüssel "dafür werben, dass wir die EU-Mission wieder dahin zurückbringen".
A.Taylor--AT