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Zweite Festnahme in Baden-Württemberg: Männer sollen Angriff auf Synagoge geplant haben
Rund drei Wochen nach der Festnahme eines 24-Jährigen im baden-württembergischen Bad Friedrichshall wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat haben Ermittler mutmaßliche Details rekonstruiert und einen zweiten Verdächtigen gefasst. Der 24-Jährige sowie der inzwischen ebenfalls festgenommene 18-Jährige hätten per Chat über einen "möglichen Messerangriff auf Besucher einer Synagoge in Heidelberg" gesprochen, teilten die Behörden am Freitag mit.
Wie das Landeskriminalamt in Stuttgart sowie die Staatsanwaltschaften in Stuttgart und Karlsruhe weiter erklärten, ergaben sich die Erkenntnisse bei der Auswertung beschlagnahmter Beweismittel durch IT-Experten. Die beiden jungen Männer hatten sich demnach im April per Chat darüber ausgetauscht, Besucher eines jüdischen Gotteshauses in Heidelberg zu töten und sich von Polizisten erschießen zu lassen. Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Gefährdung von Besuchern der Synagoge hätten sich jedoch nicht ergeben, hieß es weiter.
Als Chatpartner des schon am 3. Mai gefassten 24-jährigen Verdächtigen wurde demnach ein 18-Jähriger aus Weinheim identifiziert sowie schon am vergangenen Samstag unter Beteiligung von Spezialkräften festgenommen. Später wurde er aufgrund richterlichen Beschlusses ebenfalls in Untersuchungshaft genommen.
Der mit Messern bewaffnete 24-Jährige war während der Durchsuchung vor rund drei Wochen angeschossen worden, als er auf einen Polizisten zulief und nicht auf Ansprache reagierte. Er wurde dabei verletzt. Früheren Angaben der Ermittler zufolge war der Verdächtige während des Einsatzes plötzlich mit mehreren Küchenmessern aus einem Fenster ins Freie geflüchtet. Dort warf er ein Messer gezielt nach einem Polizisten und lief mit anderen Messern auf ihn zu.
Dem 24-Jährigen werden neben der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat daher auch versuchter Totschlag und ein besonders schweren Fall des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte vorgeworfen. Seinem inzwischen identifizierten mutmaßlichen Chatpartner wird nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft eine Verabredung zum Mord zur Last gelegt. Der an seiner Wohnanschrift gefasste 18-Jährige ist demnach deutsch-türkischer Staatsbürger.
Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) erklärte, eine "möderische Tat gegen jüdisches Leben" habe verhindert werden können. Polizei und Verfassungsschutz hätten den Schutz jüdischen Lebens "fest im Blick", fügte er am Freitag in Stuttgart an. Die Behörden hätten daher auch frühzeitig einschreiten können.
K.Hill--AT