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Mindestens elf Zivilisten bei russischen Angriffen in Region Charkiw getötet
Bei russischen Angriffen in der ostukrainischen Region Charkiw sind nach Behördenangaben mindestens elf Zivilisten getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Mindestens sechs Menschen starben nach Angaben von Innenminister Ihor Klymenko vom Sonntag durch Schüsse am Stadtrand von Charkiw, 27 weitere wurden demnach verletzt. Fünf weitere Zivilisten wurden nach Angaben von Provinzgouverneur Oleh Synegubow bei Raketenangriffen auf die Dörfer Nowosynowe und Kiwschariwka getötet und neun weitere verletzt.
Der Angriff am Stadtrand von Charkiw erfolgte nach Polizeiangaben nach einem Muster, das den russischen Truppen immer wieder vorgeworfen wird: Demnach wurde das selbe Gebiet 20 Minuten nach einem ersten Angriff erneut beschossen. Ein solches Vorgehen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass auch Rettungskräfte getroffen werden. Laut Polizei waren unter den Verletzten ein Sanitäter und ein Polizist, die den Opfern des ersten Angriffs zur Hilfe gekommen waren.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland in einer Reaktion auf den Vorfall vor, Städte und Dörfer zu "terrorisieren" und "normale Leute" zu töten. "Zwei Patriots für Charkiw" könnten die Lage "grundlegend verändern", erklärte er mit Blick auf das moderne US-Luftabwehrsystem. Zuvor hatte Selenskyj in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP beklagt, sein Land verfüge nur über ein Viertel der zu seiner Verteidigung benötigten Luftabwehrsysteme.
Russland hatte am 10. Mai überraschend eine Bodenoffensive in der Region Charkiw gestartet. Dabei drangen die russischen Truppen nach Angaben der ukrainischen Seite bislang etwa fünf bis zehn Kilometer weit vor. Es ist der größte russische Geländegewinn in dem Krieg seit Ende 2022. Weitere Angriffswellen sind laut Selenskyj zu befürchten.
Während Regionalgouverneur Synegubow erklärte, der russische Vorstoß in Richtung der Städte Charkiw und Kupjansk sei gestoppt, betonte das russische Verteidigungsministerium am Sonntag, seine Truppen setzten ihren Vorstoß "tief in die Verteidigungslinien des Feindes fort".
Russische Behörden meldeten derweil, über russischem Gebiet seien 61 ukrainische Drohnen abgeschossen worden, die meisten über der südlichen Region Krasnodar. Sechs davon seien auf das Gelände einer Erdölraffinerie gestürzt, erklärte deren Betreiberunternehmen. Der Betrieb der Anlage in Slowjansk-am-Kuban sei daraufhin eingestellt worden. Die Raffinerie ist eine der größten in Südrussland.
Nach ukrainischen Verteidigungskreisen richtete sich der Drohnenangriff gezielt gegen die Raffinerie sowie den Luftwaffenstützpunkt Kuschtschjowki. Auf dem Stützpunkt seien mehrere Flugzeuge getroffen worden.
K.Hill--AT