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Neuer Pier vor dem Gazastreifen: Erste Hilfslieferungen der USA und der EU
An der Küste des Gazastreifens sind erstmals internationale Hilfslieferungen über eine provisorische Schiffsanlegestelle des US-Militärs angekommen. Am Freitag wurden erste Hilfsgüter per Lastwagen abtransportiert, wie das für den Nahen Osten zuständige US-Zentralkommando Centcom mitteilte. US-Soldaten seien nicht an Land gegangen. Im Tagesverlauf wurden nach Brüsseler Angaben weitere Güter aus der EU erwartet.
Aus Rumänien sollten noch am Freitag 88.000 Nahrungsmittelkonserven für hilfsbedürftige Palästinenser über den Pier eintreffen, wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte. Das US-Militär hatte den provisorischen Landungssteg am Donnerstag an einem Strand im Gazastreifen befestigt. Es wird erwartet, dass in den nächsten Tagen rund 500 Tonnen Hilfslieferungen auf diesem Weg in das Palästinensergebiet gelangen.
Die USA und europäische Partner wie die EU-Kommission, Deutschland und Großbritannien hatten Anfang März einen Seekorridor für Hilfslieferungen im Mittelmeer angekündigt, da Israel seit dem Großangriff der radikalislamischen Hamas im Oktober kaum Güter in das abgeriegelte Palästinensergebiet lässt.
Da der Gazastreifen selbst über keinen Hafen verfügt, hatte das US-Militär im April mit dem Bau einer provisorischen Landungsbrücke begonnen. Die Europäer richteten zudem ein Logistikzentrum auf Zypern ein.
Die israelische Armee war in der vergangenen Woche ungeachtet internationaler Kritik in die Stadt Rafah im äußersten Süden des Gazastreifens vorgerückt und hatte dabei unter anderem den in der Stadt gelegenen Grenzübergang unter ihre Kontrolle gebracht. Ägypten, an dessen Grenze Rafah liegt, weigert sich seither, die Lieferung von Hilfsgütern mit Israel abzustimmen.
Der Krieg im Gazastreifen war am 7. Oktober durch einen Großangriff der Hamas auf Israel ausgelöst worden. Dabei wurden nach israelischen Angaben 1170 Menschen getötet und 252 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Als Reaktion geht Israel seitdem massiv militärisch in dem Küstenstreifen vor. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dabei mehr als 35.300 Menschen getötet.
O.Brown--AT