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US-Armee: Anlegestelle für Hilfslieferungen für den Gazastreifen am Strand befestigt
Das US-Militär hat die provisorische Anlegestelle für Hilfslieferungen für den Gazastreifen am Strand befestigt. "Vor nur wenigen Stunden wurde der Steg erfolgreich am Strand von Gaza befestigt", sagte der stellvertretende Befehlshaber des US-Zentralkommandos (Centcom), Brad Cooper, am Donnerstag zu Reportern. "Ich denke, wir werden in den nächsten Tagen etwa 500 Tonnen bekommen. Das ist eine ziemlich beträchtliche Menge, und sie ist im Moment auf mehrere Schiffe verteilt."
Die Hilfsgüter werden auf der Mittelmeerinsel Zypern überprüft und per Lkw verladen. Einmal im Gazastreifen an Land, werde es schnell gehen, die Lieferungen von der Küste weiter in das Palästinensergebiet zu bringen, sagte Cooper. "Tausende von Tonnen an Hilfsgütern sind in der Pipeline", fuhr er fort. "Wir sehen, dass erhebliche Mengen an Hilfsgütern zur weiteren Verteilung nach Zypern fließen."
Die USA wollen dringend benötigte Hilfslieferungen für die Bevölkerung im Gazastreifen künftig auch über einen Seekorridor in den Küstenstreifen bringen. Da das Palästinensergebiet selbst über keinen Hafen verfügt, hatte das US-Militär im April mit dem Bau einer provisorischen Landungsbrücke begonnen. Die Kosten sollen sich auf umgerechnet mindestens 297 Millionen Euro belaufen.
Nach Angaben Coopers waren tausend US-Soldaten und -Matrosen am Einsatz beteiligt - aber nur am Bau der Anlegestelle, die Lieferung und Verteilung der Hilfsgüter erledigen die Vereinten Nationen.
Nach britischen Angaben wird das Pier zunächst täglich die Lieferung von 90 Lkw-Ladungen mit internationalen Hilfsleistungen in den Gazastreifen ermöglichen. Das Liefervolumen könne auf 150 Lkw-Ladungen pro Tag hochgesetzt werden, wenn die Anlegestelle voll funktionsfähig sei, erklärte die britische Regierung weiter. Das sei aber kein Ersatz für die Lieferung von Hilfsgütern in den Gazastreifen über den Landweg, schränkte London ein.
Die israelische Armee war in der vergangenen Woche ungeachtet internationaler Kritik in die im äußersten Süden des Gazastreifens gelegenen Stadt Rafah vorgerückt und hatte dabei unter anderem den in der Stadt gelegenen Grenzübergang unter ihre Kontrolle gebracht. Ägypten, an dessen Grenze Rafah liegt, weigert sich seither, die Lieferung von Hilfsgütern mit Israel abzustimmen.
Der Krieg im Gazastreifen war am 7. Oktober durch einen Großangriff der Hamas auf Israel ausgelöst worden. Dabei wurden nach israelischen Angaben 1170 Menschen getötet und rund 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Als Reaktion geht Israel seitdem massiv militärisch in dem Küstenstreifen vor. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dabei mittlerweile mehr als 35.200 Menschen getötet.
Th.Gonzalez--AT