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AFP-Schätzung: Russland verzeichnet in Ukraine Geländegewinn von 278 Quadratkilometern
Russlands Streitkräfte haben innerhalb einer Woche in der Ukraine nach Schätzungen der Nachrichtenagentur AFP Geländegewinne von 278 Quadratkilometern erzielt. Bei ihrer Offensive in der Region Charkiw nahm die russische Armee zwischen dem 9. und 15. Mai 257 Quadratkilometer ein, wie AFP-Berechnungen auf Grundlage von Daten des in den USA ansässigen Instituts für Kriegsstudien (ISW) ergaben. Dazu kommen Geländegewinne von 21 Quadratkilometern an weiteren Bereichen der Front, etwa durch die Einnahme des Dorfes Robotyne im Süden der Ukraine.
Insgesamt handelt es sich um die größten russischen Geländegewinne seit Dezember 2022. Laut den Daten des ISW hat Moskau seit dem Beginn des Krieges im Februar 2022 rund 65.300 Quadratkilometer des ukrainischen Staatsgebiets eingenommen. Das entspricht etwa zwölf Prozent der Fläche des Landes. Die bereits zuvor von Russland annektierte Halbinsel Krim ist darin nicht eingerechnet.
Russland hatte vor einer Woche eine Offensive in der Region Charkiw gestartet und seitdem die Einnahme mehrerer Dörfer gemeldet. Am Mittwoch erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau, die Streitkräfte hätten die grenznahen Dörfer Hlyboke und Lukjanzi "befreit" und seien tief in die feindlichen Verteidigungslinien vorgedrungen.
Zudem wurde die Einnahme des völlig zerstörten Dorfes Robotyne in der Region Saporischschja im Süden der Ukraine gemeldet. Die Ortschaft war im vergangenen August nach heftigen Kämpfen von den ukrainischen Truppen zurückerobert worden. Die Ukraine hatte dies als Erfolg ihrer Gegenoffensive gefeiert.
Die ukrainische Armee erklärte unterdessen am Donnerstag, dass ihre Streitkräfte den russischen Vormarsch in der Region Charkiw teilweise gestoppt hätten. "Unsere Verteidigungskräfte haben die Lage teilweise stabilisiert. Der Vormarsch des Feindes in bestimmten Gebieten und Orten wurde gestoppt", sagte ein Armeesprecher im ukrainischen Fernsehen. Ukrainische Soldaten versuchten, "den Feind daran zu hindern, Fuß zu fassen", fügte er hinzu. Dennoch sei die Situation nach wie vor "kompliziert".
Laut dem Gouverneur der Region, Oleh Synegubow, wurden seit Beginn der Offensive in der Region Charkiw mehr als 8770 Menschen zum Schutz vor den Kämpfen evakuiert. Rund 15 Menschen wurden demnach bei verschiedenen Angriffe verletzt.
W.Stewart--AT