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Pro-palästinensische Proteste an US-Universitäten: Gewaltsame Zusammenstöße auf UCLA-Campus
Bei den fortgesetzten pro-palästinensischen Protesten an mehreren US-Universitäten hat es weitere Zusammenstöße, Festnahmen und Räumungen gegeben. Am Donnerstagmorgen lieferten sich an der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) hunderte Polizisten und Demonstranten gewaltsame Auseinandersetzungen, als Einsatzkräfte ein Protestlager räumten. An zwei New Yorker Hochschulen gab es rund 33 Festnahmen. Israels Präsident Isaac Herzog warf den US-Universitäten vor, "von Hass und Antisemitismus verseucht" zu sein.
Aufnahmen des Senders CNN vom UCLA-Campus zeigten, wie die Polizisten Barrikaden rund um das Protestlager entfernten und mehrere Demonstranten festnahmen. Die Polizei setzte Blendgranaten ein, um die Menschen auseinanderzutreiben, wie ein AFP-Journalist vor Ort beobachtete, während Hubschrauber über dem Campus kreisten.
"Dies ist ein friedlicher Protest, es gibt heute Abend keine Gegendemonstranten, also ist es verachtenswert, die Polizei auf sie anzusetzen", sagte Jack Bedrosian, ein Einwohner von Los Angeles, der AFP.
Es gebe eine große Polizeipräsenz, weil "Randalierer von außen friedlich protestierende Studenten in der vergangenen Nacht angegriffen haben, ohne dass sie jemand beschützt hat", erklärte der City Controller von Los Angeles, Kenneth Mejia, im Onlinedienst X.
In der Nacht zum Mittwoch hatte es auf dem UCLA-Gelände gewaltsame Zusammenstöße zwischen pro-palästinensischen und pro-israelischen Demonstranten gegeben. Die pro-israelischen Aktivisten sprühten dabei chemische Substanzen auf das pro-palästinensische Lager und versuchten, Barrikaden nieder zu reißen, bevor die Polizei schließlich eintraf. Den Behörden wurde vorgeworfen, zu langsam reagiert zu haben. Die UCLA stellte angesichts der Lage vorübergehend von Präsenz- auf Online-Unterricht um.
Auch an anderen Universitäten dauerten die Proteste an: In Dallas riss die Polizei am Mittwoch (Ortszeit) ein Zeltlager an der Universität von Texas ab und nahm mehr als ein Dutzend Menschen fest. An der Fordham University in New York wurde Polizeiangaben zufolge ein in einem Gebäude errichtetes Camp geräumt, es gab mehrere Festnahmen.
An der Columbia University am anderen Ende der Stadt waren die Ordnungskräfte am Mittwoch in Bereitschaft, nachdem es am Vorabend zahlreiche Festnahmen gegeben hatte. Insgesamt wurden an den beiden New Yorker Universitäten laut Polizei rund 300 Menschen festgenommen.
Am Campus des Massachusetts Institute of Technology im gleichnamigen Bundesstaat blockierten Demonstranten eine Straße während der Hauptverkehrszeit.
Seit vergangenem Monat haben die Proteste mindestens 30 US-Universitäten erfasst. Die pro-palästinensischen Demonstranten errichteten Zeltlager und prangerten die immens hohe Zahl von Toten im Gazastreifen durch den Krieg zwischen der radikalislamischen Hamas und Israel an.
Die Proteste hatten an der renommierten Columbia University begonnen und sich danach auf weitere Universitäten im Land ausgeweitet. Die Demonstranten fordern unter anderem von den Universitäten, sich von Unternehmen zu trennen, die Verbindungen nach Israel haben, was die Hochschulen aber ablehnen.
Israels Präsident Herzog kritisierte angesichts der Vorfälle die US-Universitäten scharf. Die berühmten akademischen Einrichtungen und "Hallen der Geschichte, Kultur und Bildung" seien "von Hass und Antisemitismus verseucht", der "von Arroganz und Ignoranz genährt" werde, erklärte Herzog am Donnerstag. "Wir sehen mit Entsetzen, wie die Gräueltaten vom 7. Oktober gegen Israel gefeiert und verteidigt werden", fügte der Präsident hinzu und sicherte israelischen Studenten an den betroffenen US-Universitäten sowie überall in der Welt seine Unterstützung zu.
Das US-Repräsentantenhaus in Washington stimmte am Mittwoch für eine Erweiterung der rechtlichen Definition von Antisemitismus. Die Abgeordneten votierten für einen parteiübergreifenden Entwurf, der vorsieht, dass sich das Bildungsministerium künftig an der Antisemitismus-Definition der Internationalen Allianz zum Holocaustgedenken (IHRA) orientiert. Der Gesetzentwurf muss nun noch vom Senat verabschiedet werden.
R.Garcia--AT