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Zwölf Palästinenser ertrinken nach Abwurf von Hilfsgütern über dem Meer
Aus der Luft abgeworfene Hilfsgüter für den Gazastreifen haben nach Angaben der radikalislamischen Hamas zum Tod von 18 Menschen geführt. Zwölf von ihnen seien ertrunken, als sie Hilfsgüter aus dem Meer holen wollten, sechs weitere seien im Menschengedränge ums Leben gekommen, teilte die Palästinenserorganisation am Dienstag mit. Derweil erklärte der Vermittler Katar, dass die Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas über eine Feuerpause und Geiselfreilassung trotz Vorwürfen beider Seiten weitergingen.
Die Hamas rief am Dienstag dazu auf, den Abwurf von Hilfsgütern von Flugzeugen aus einzustellen. "Wir fordern die sofortige und schnelle Öffnung von Landübergängen, damit humanitäre Hilfe das palästinensisches Volk erreichen kann", erklärte die im Gazastreifen herrschende Palästinenserorganisation.
Die humanitäre Lage im Gazastreifen ist nach mehr als fünf Monaten Krieg zwischen Israel und der Hamas katastrophal. Laut dem UN-Welternährungsprogramm (WFP) befinden sich die dort lebenden 2,4 Millionen Palästinenser am Rande einer Hungersnot. Wegen der Absperrung des Gazastreifens haben bereits mehrere Staaten Hilfsgüter aus der Luft abgeworfen, um den Menschen vor Ort zu helfen. Auch die Bundeswehr beteiligt sich daran.
Vor gut zwei Wochen waren fünf Menschen ums Leben gekommen, als sich der Fallschirm eines Hilfspakets nicht geöffnet hatte. Die Lieferung war ungebremst auf das Dach eines Hauses gestürzt, in dem sich Menschen in der Hoffnung auf Hilfsgüter versammelt hatten.
Der Krieg im Gazastreifen war durch den brutalen Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober ausgelöst worden, bei dem nach israelischen Angaben etwa 1160 Menschen getötet sowie rund 250 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden. Von ihnen werden noch immer 130 festgehalten.
Als Reaktion auf den Angriff geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor, erklärtes Ziel ist die Zerstörung der Hamas. Nach Hamas-Angaben, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden in dem Palästinensergebiet seitdem mehr als 32.300 Menschen getötet.
Die Vermittler USA, Katar und Ägypten bemühen sich seit Wochen um eine neue Einigung zwischen Israel und der Hamas über eine Feuerpause und die Freilassung der Geiseln, bislang allerdings ohne einen entscheidenden Durchbruch. Nach der Verabschiedung einer Resolution zu einer "sofortigen Feuerpause" für die Dauer des muslimischen Fastenmonats Ramadan am Montag durch den UN-Sicherheitsrat beschuldigten Israel und die Hamas sich gegenseitig, die Verhandlungen zu blockieren.
Ungeachtet dessen würden die Gespräche "fortgesetzt", erklärte der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Madsched al-Ansari, am Dienstag. Ihm zufolge deutet nichts darauf hin, dass "eines der Teams die Verhandlungen abgebrochen" habe. Die UN-Resolution habe "keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Gespräche".
Zum Abschluss ihrer Nahostreise stand für Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) am Dienstag ein Treffen mit ihrem israelischen Kollegen Israel Katz auf dem Programm. Zuvor hatte Baerbock nach Gesprächen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Westjordanland eine "gewaltfreie Zukunft ohne Hamas" gefordert.
Die zuvor verabschiedete UN-Resolution begrüßte die Ministerin "im absoluten Interesse für die Menschen in Israel, damit die Geiseln freigelassen werden und damit das unglaubliche Leid von über zwei Millionen Menschen in Gaza endlich ein Ende haben kann".
Derweil dauerten die Kämpfe im Gazastreifen an. Die israelische Armee erklärte, ihre Kampfjets hätten mehr als 60 Ziele getroffen, darunter Tunnel und Gebäude, "in denen bewaffnete Terroristen identifiziert wurden". Das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium meldete 70 Getötete, 13 davon bei Luftangriffen rund um die südliche Stadt Rafah.
R.Lee--AT