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Hamas und Huthi-Miliz wollen Kampf gegen Israel stärker koordinieren
Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas und die pro-iranische Huthi-Miliz aus dem Jemen wollen ihren Kampf gegen Israel stärker koordinieren. Aus diesem Grund habe ein Treffen hochrangiger Vertreter beider Seiten stattgefunden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus beteiligten Kreisen. Es sei um die "nächste Phase" des Krieges gegen Israel gegangen. Derweil wurde vor der Küste Jemens am Sonntag offenbar erneut ein Handelsschiff angegriffen.
Das Treffen zwischen Anführern von Hamas und Huthi-Miliz fand den Angaben zufolge bereits in der vergangenen Woche statt. An ihm hätten auch hochrangige Vertreter des Islamischen Dschihad und der marxistischen Volksfront zur Befreiung Palästinas teilgenommen. Es sei um "Mechanismen zur Koordinierung ihrer Widerstandsaktionen" für die "nächste Phase" des Krieges im Gazastreifen gegangen. Ein Huthi-Vertreter sagte AFP am Samstag, die Konfrontation mit Israel solle ausgeweitet werden.
Angaben zum Ort des Treffens wurden aus Palästinenserkreisen nicht gemacht. Ein Vertreter der Huthi-Miliz, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte AFP, die Zusammenkunft habe in der libanesischen Hauptstadt Beirut stattgefunden. Dabei sei es um eine "Ausweitung der Konfrontationen und die Einkesselung" Israels gegangen, wie Huthi-Chef Malek al-Huthi es am Donnerstag bereits in einer Rede angekündigt habe.
Ein palästinensischer Verantwortlicher sagte, es sei über die "komplementäre Rolle" der Huthi-Miliz "an der Seite der palästinensischen Gruppen, insbesondere im Fall einer israelischen Offensive gegen Rafah" gegangen. Israel hat die Offensive in der Stadt im Süden des Gazastreifens seit langem angekündigt und hält trotz internationaler Kritik, etwa von Seiten der Bundesregierung, daran fest. Ein Zeitpunkt für den Beginn der Offensive im Süden des Gazastreifens wurde jedoch noch nicht bekannt gegeben.
Die Hamas und die Huthi-Miliz sind Teil der gegen Israel gerichteten und vom Iran unterstützten "Achse des Widerstands", zu der auch die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon und irakische Milizen gehören. Dabei greifen die Huthi-Rebellen seit Monaten Schiffe im Roten Meer und im Golf von Aden an, um sich nach eigenen Angaben mit den Palästinensern im Krieg gegen Israel zu solidarisieren. Die USA und Großbritannien führen ihrerseits Luftangriffe auf Huthi-Stellungen aus, um damit Attacken auf Handelsschiffe zu verhindern.
Am Samstag zerstörten die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben eine Drohne und weitere Waffen der Huthis. Die Rebellen hätten zwei Drohnen in Richtung Rotes Meer gestartet, erklärte das für den Nahen Osten zuständige US-Zentralkommando (Centcom) im Onlinedienst X. Die US-Truppen hätten eine Drohne abgeschossen, die andere sie vermutlich ins Rote Meer gestürzt. Zudem seien fünf unbemannte Wasserfahrzeuge und eine Drohne in Gebiete unter Kontrolle der Huthis im Jemen zerstört worden.
Derweil wurde am Sonntag offenbar erneut ein Handelsschiff vor der Küste Jemens angegriffen. Die Besatzung habe am Sonntag eine Explosion "in unmittelbarer Nähe des Schiffs" gemeldet, teilte die britische Behörde für Seehandel (UKMTO) mit. Es seien keine Verletzten oder Schäden am Schiff gemeldet worden, erklärte die Behörde, die keine näheren Angaben zu dem Handelsschiff machte. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand.
Viele Reedereien meiden wegen der Angriffe inzwischen die wichtige Seehandelsroute, über die normalerweise zwölf Prozent des weltweiten Seehandels abgewickelt werden.
D.Johnson--AT