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Hamas: 20 auf Hilfsgüter wartende Menschen in Gaza durch israelischen Beschuss getötet
Im Gazastreifen sind laut dem von der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas kontrollierten Gesundheitsministerium mindestens 20 auf Hilfsgüter wartende Menschen durch Schüsse israelischer Soldaten getötet worden. 155 weitere Menschen seien bei dem Vorfall in der Stadt Gaza verletzt worden, erklärte das Ministerium in der Nacht auf Freitag. Die Soldaten hätten auf Menschen gezielt, die sich um einen Kreisverkehr in Gaza versammelt hätten, um auf Hilfslieferungen zu warten.
Das Gesundheitsministerium hatte zunächst von elf Toten gesprochen und die Zahl dann auf 14 und schließlich auf 20 erhöht. "Es gab direkte Schüsse der Besatzungstruppen auf Menschen, die sich am Kreisverkehr Kuwait versammelten, um auf die Ankunft von Lastwagen mit Lebensmitteln zu warten", sagte der Leiter der Notaufnahme des Al-Schifa-Krankenhauses, Mohammed Ghurab, der Nachrichtenagentur AFP.
Ein Mitarbeiter der AFP sah Leichen und Verletzte mit Schusswunden. Die israelische Armee äußerte sich auf AFP-Anfrage zunächst nicht zu dem Vorfall.
Ende Februar waren nach Hamas-Angaben im Gazastreifen mehr als hundert Palästinenser getötet worden, als israelische Soldaten bei der Ankunft von Lastwagen mit Hilfsgütern das Feuer eröffneten. Die israelische Armee räumte in der Folge eine "begrenzte" Zahl von Schüssen durch israelische Soldaten ein, die sich "bedroht" gefühlt hätten. Demnach hatten tausende Bewohner sich um die Lastwagen gedrängt, in dem Gedränge seien dutzende Menschen verletzt und getötet worden, einige seien von Lkw überfahren worden.
Nach mehr als fünf Monaten Krieg zwischen Israel und der Hamas ist die humanitäre Lage im Gazastreifen katastrophal. Nach Angaben des UN-Welternährungsprogramms (WFP) befinden sich die dort lebenden 2,4 Millionen Palästinenser am Rande einer Hungersnot.
Mehrere Staaten werfen inzwischen Hilfsgüter aus der Luft ab, um den Menschen im Gazastreifen zu helfen. Am Donnerstag landete eine erste Bundeswehr-Maschine in Jordanien, um sich an dem Einsatz zu beteiligen, wie die Luftwaffe im Kurzbotschaftendienst X mitteilte. "Wir laden das mitgebrachte Material aus und bereiten uns auf die kommenden Flüge vor." Eine zweite Maschine vom Typ C130J machte sich ebenfalls auf den Weg in die Region, wie die Luftwaffe mitteilte.
Der Gazakrieg hatte durch einen beispiellosen und brutalen Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober begonnen. Bei dem Angriff töteten Kämpfer der Hamas und anderer islamistischer Organisationen nach israelischen Angaben etwa 1160 Menschen und verschleppten rund 250 weitere als Geiseln in den Gazastreifen.
Israel geht seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben des Hamas-Gesundheitsministeriums die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, bisher mehr als 31.300 Menschen getötet.
Seit Wochen laufen bereits Vermittlungsbemühungen für eine neue Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas, um mehr Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen zu können und Geiseln in Gewalt der Islamisten freizubekommen. Aus Hamas-Kreisen verlautete am späten Donnerstagabend, die Organisation habe den als Vermittlern auftretenden Staaten Katar und Ägypten eine neue Verhandlungsposition übermittelt. Diese würden die ebenfalls vermittelnden USA darüber unterrichten.
Die Hamas fordert demnach, dass die israelischen Streitkräfte sich "aus allen besiedelten Gebieten und allen Städten" des Gazastreifens zurückziehen. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu erklärte in der Folge, die Hamas halte an ihren "unrealistischen Forderungen" fest.
Derweil wurde im Süden Israels ein Soldat bei einer Messerattacke getötet. Nach Angaben der israelischen Polizei betrat der Angreifer ein Restaurant nahe der Gemeinde Beit Kama und stach auf den Soldaten ein. Der 51-jährige Soldat konnte noch das Feuer eröffnen und den Angreifer töteten. Der Soldat erlag später seinen schweren Verletzungen.
O.Ortiz--AT