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Trump hofft bei Vorwahlen am "Super Tuesday" auf Vorentscheidung
Bei den Vorwahlen am sogenannten Super Tuesday hat der frühere US-Präsident Donald Trump eine Vorentscheidung im Duell mit seiner parteiinternen Rivalin Nikki Haley gesucht. Die oppositionellen Republikaner hielten am Dienstag in 15 Bundesstaaten Präsidentschaftsvorwahlen ab und entschieden über mehr als ein Drittel der Delegierten, die letztlich den Präsidentschaftskandidaten der Partei wählen werden. Sollte Haley an dem "Super-Dienstag" keine größeren Erfolge erzielen, könnte sie bald das Handtuch werfen.
Gewählt wurde unter anderem in Alabama, Colorado, North Carolina, Maine, Virginia sowie in den beiden bevölkerungsreichsten Bundesstaaten Kalifornien und Texas, in denen die Republikaner über 169 beziehungsweise 161 Delegierte entscheiden. Der bei der rechten Basis nach wie vor höchst populäre Ex-Präsident Trump ging als haushoher Favorit in den Wahltag.
Der 77-jährige Rechtspopulist hatte alle bisherigen Vorwahlen mit Ausnahme der Abstimmung in der Hauptstadt Washington D.C. gewonnen und kam vor dem "Super Tuesday" auf 276 Delegierte. Die frühere UN-Botschafterin und Ex-Gouverneurin von South Carolina Haley - Trumps letzte verbliebene Vorwahl-Gegnerin - hatte dagegen lediglich 43 Delegierte auf ihrem Konto.
Trump steuert damit auf eine erneute Präsidentschaftskandidatur zu. Er will bei der Präsidentschaftswahl am 5. November Amtsinhaber Joe Biden herausfordern, der sich um eine Wiederwahl bewirbt. Auch Bidens Demokratische Partei hielt am Dienstag Vorwahlen in 15 Bundesstaaten ab. Bidens erneute Kandidatur ist so gut wie sicher, da er keine ernsthaften Rivalen innerhalb seiner Partei hat.
Pop-Superstar Taylor Swift rief die Wählerinnen und Wähler am Dienstag auf, an den Vorwahlen teilzunehmen. "Ich wollte euch daran erinnern, diejenigen an die Macht zu wählen, die euch am meisten repräsentieren", schrieb die Sängerin auf der Onlineplattform Instagram. "Falls ihr es noch nicht getan habt, macht einen Plan, heute wählen zu gehen."
Eine Wahlempfehlung sprach die 34-Jährige nicht aus. Die Demokraten hoffen, dass Swift sich vor der Präsidentschaftswahl öffentlich hinter Biden stellen wird.
Die Aussicht auf eine Wiederholung des Wahlduells des Jahres 2020 zwischen Biden und Trump löst bei den US-Wählern wenig Begeisterung aus - zumal der amtierende Präsident 81 Jahre und der Ex-Präsident 77 Jahre alt ist. "Biden ist zu alt, und Trump ist ein bisschen zu verrückt", sagte der Wähler John Campbell am Dienstag in Quincy im Bundesstaat Massachusetts. Haley dagegen erscheine ihm "irgendwie normal".
Viele Wähler rechneten aber damit, dass der "Super Tuesday" das Aus für die 52-jährige Haley bedeutet. "Heute ist ihr letzter Tag", sagte der Wähler Andrew Pugel in Huntington Beach im Bundesstaat Kalifornien. Trump sollte sie dann zu einer Vize-Kandidatin küren, "um das Land mehr zu vereinen".
Haley hatte am Sonntag im Sender NBC gesagt, sie fühle sich nicht zur Wahl Trumps verpflichtet, wenn ihre Republikanische Partei diesen als Kandidaten aufstellt. Dies sorgte für Spekulationen, Haley, die vor einem "Chaos" für den Fall einer Wiederwahl Trumps warnt, könne als unabhängige Kandidatin antreten wollen.
Nach Abschluss der landesweiten Vorwahlen werden Republikaner und Demokraten bei Parteitagen im Sommer ihre Kandidaten formell küren. Bei den Republikanern braucht ein Kandidat die Stimmen von mindestens 1215 der insgesamt 2429 Delegierten.
W.Nelson--AT