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Hunderte protestieren im Westjordanland wegen Beschusses von Krankenhaus in Gaza
Nach dem Raketenbeschuss eines Krankenhauses in Gaza sind im besetzten Westjordanland am Mittwoch hunderte Palästinenser auf die Straße gegangen. Hunderte Demonstranten kamen in Nablus zum Protest zusammen, viele von ihnen in palästinensische Flaggen gehüllt und einige mit Fahnen der radikalislamischen Hamas. Sie skandierten Sprechchöre gegen Israel, das sie für den Beschuss verantwortlich machten, sowie gegen dessen Verbündeten USA und für einen Staat Palästina.
Laut einem AFP-Korrespondenten in Nablus feuerten palästinensische Sicherheitskräfte Tränengas auf Protestierende, als diese das Stadtzentrum verließen. Einige Demonstranten verspotteten Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, dessen Fatah-Bewegung eine Rivalin der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen ist und von Palästinensern wegen ihrer Zusammenarbeit mit Israel kritisiert wird. "Nieder, nieder mit Abbas", riefen die Protestierenden.
Ein ähnlich großer Protest fand in Ramallah statt, dem Sitz der palästinensischen Autonomiebehörde. Dort zeigte die Menschenmenge in Slogans ihre Unterstützung für die Hamas, während sie sich gegen eine "Sicherheitskooperation" mit Israel wandte.
Bei einer Demonstration am späten Dienstagabend in Ramallah kurz nach dem Raketenbeschuss auf das Krankenhaus war es zu Zusammenstößen von Protestteilnehmern mit palästinensischen Sicherheitskräften gekommen.
Der Beschuss eines Krankenhauses mit nach jüngsten Hamas-Angaben mehr als 470 Toten hatte weltweit Entsetzen hervorgerufen. Die Hamas macht Israel für den Raketeneinschlag verantwortlich, Israel spricht von einer fehlgeleiteten Rakete der Palästinensermiliz Islamischer Dschihad.
Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hamas wurden nach Angaben des Hamas-Gesundheitsministeriums mindestens 3478 Palästinenser im Gazastreifen getötet. In Israel wurden seit dem Hamas-Großangriff vor anderthalb Wochen nach israelischen Angaben mindestens 1400 Menschen getötet. Die meisten der Opfer auf beiden Seiten sind Zivilisten.
N.Walker--AT