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Russland bestellt US-Botschafter ein
Russland hat den US-Botschafter in Moskau einbestellt und den USA vorgeworfen, die bilateralen Beziehungen "an den Rand des Abbruchs" gebracht zu haben. Die Äußerungen von US-Präsident Joe Biden, der Kreml-Chef Wladimir Putin als "Kriegsverbrecher" bezeichnet hatte, seien "eines hochrangigen Staatsmannes unwürdig", erklärte das russische Außenministerium am Montag.
Dem US-Botschafter John Sullivan sei in einer Protestnote mitgeteilt worden, dass solche Bemerkungen die Beziehung zwischen den beiden Ländern gefährdeten. Washington sei zudem gewarnt worden, dass "feindselige Handlungen gegen Russland fest und entschlossen zurückgewiesen werden".
US-Präsident Biden hatte Putin am Mittwoch als "Kriegsverbrecher" bezeichnet. Der Kreml kritisierte Bidens Wortwahl umgehend als "inakzeptabel und unverzeihlich".
Die US-Regierung wies die russischen Vorwürfe zurück. "Ich denke, es lohnt sich zu wiederholen, dass Russland einen unprovozierten und ungerechtfertigten Krieg gegen die Ukraine austrägt und dass wir eindeutig Belege dafür sehen, dass (russische Soldaten) absichtlich Zivilisten ins Visier nehmen und willkürliche Angriffe begehen", sagte US-Außenamtssprecher Ned Price.
Die Äußerungen Bidens in der vergangenen Woche seien angesichts "des Schreckens und der Brutalität" gefallen, "die Russland gegen seinen unschuldigen Nachbarn, der absolut keine Bedrohung und kein Sicherheitsrisiko für Russland darstellte, entfesselt hat", betonte Price. Der US-Außenamtssprecher hob gleichwohl hervor, dass es "insbesondere in Zeiten des Konflikts" wichtig sei, Kommunikationskanäle offen zu halten.
Laut Price nutzte Sullivan seine Einbestellung ins russische Außenministerium dazu, seinerseits den fehlenden Zugang zu in Russland inhaftierten US-Bürgern zu beklagen. Seit Monaten verweigere Russland US-Diplomaten den Zugang zu US-Bürgern in russischem Gewahrsam, kritisierte Price. "Dies ist komplett inakzeptabel." Zu den in Russland festgehaltenen US-Staatsbürgern zählen die Basketball-Spielerin Brittney Griner und der frühere Soldat Paul Whelan.
T.Wright--AT