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Selenskyj warnt vor Drittem Weltkrieg und vergleicht Kreml-Chef Putin mit Hitler
Kurz vor der UN-Generaldebatte in New York hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einem Dritten Weltkrieg gewarnt und den russischen Staatschef Wladimir Putin mit Adolf Hitler verglichen. "Wenn die Ukraine fällt, was wird dann in zehn Jahren passieren?", fragte Selenskyj, der an der Generaldebatte teilnehmen wird, in einem Interview. Auf dem Schlachtfeld meldete die Ukraine unterdessen die Rückeroberung von sieben Quadratkilometern binnen einer Woche.
Die "ganze Welt" müsse darüber entscheiden, "ob wir Putin stoppen oder einen Weltkrieg auslösen wollen", sagte der ukrainische Präsident in dem am Sonntagabend ausgestrahlten Interview des US-Senders CBS News. "Wenn (die Russen) Polen erreichen, was dann? Ein Dritter Weltkrieg?" Die Menschen in Russland hätten Putin "gewählt und wiedergewählt" und damit "einen zweiten Hitler herangezogen", sagte Selenskyj. "Wir können Putin nicht ändern."
Die Ukraine verteidige im Krieg gegen Russland "die Werte der ganzen Welt", betonte Selenskyj. "Und es sind die Ukrainer, die den höchsten Preis zahlen. Wir kämpfen wirklich für unsere Freiheit, wir sterben. Wir sind keine Fiktion, wir sind kein Buch. Wir kämpfen wirklich gegen einen Atomstaat, der damit droht, die Welt zu zerstören."
Selenskyj wird in dieser Woche zunächst an der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York teilnehmen und dann nach Washington weiterreisen. Am Donnerstag wird er von US-Präsident Joe Biden empfangen, um über die weitere Unterstützung der USA für Kiew gegen den russischen Angriffskrieg zu sprechen.
Auf dem Schlachtfeld meldete die Ukraine derweil Geländegewinne. Binnen einer Woche seien rund fünf Quadratkilometer im Süden das Landes eingenommen worden, erklärte die ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar am Montag. Zwei Quadratkilometer wurden demnach im Gebiet von Bachmut im Osten des Landes erobert, darunter die Orte Andrijiwka und Klischtschijiwka.
Das nur wenige Kilometer südlich von Bachmut gelegene Klischtschijiwka, wo vor der russischen Invasion mehrere hundert Menschen gelebt hatten, war im Januar von russischen Truppen eingenommen worden. Selenskyj lobte den Einsatz der Soldaten in Klischtschijiwka. Andrij Jermak, Leiter des ukrainischen Präsidentenbüros, erklärte: "Klischtschijiwka gehört zur Ukraine. Ich bin den Soldaten dankbar für die Rückeroberung ukrainischen Landes."
Der Sprecher der ukrainischen Truppen im Osten des Landes, Ilja Jewlasch, verwies auf die strategische Bedeutung der Ortschaft. Die Einnahme von Klischtschijiwka könne dabei helfen, Bachmut einzukreisen. Die ukrainische Armee könne von dort aus weitere Offensivaktionen starten.
Am Freitag hatte die Ukraine bereits die Einnahme des nahe Bachmut gelegenen Ortes Andrijiwka verkündet, Russland bestritt dies am Samstag. Die Stadt Bachmut mit einer Vorkriegsbevölkerung von rund 70.000 Menschen war nach einer monatelangen, verlustreichen Schlacht im Mai von russischen Streitkräften eingenommen worden.
Seit Juni läuft eine groß angelegte Gegenoffensive der ukrainischen Armee zur Rückeroberung russisch besetzter Gebiete im Süden und Osten des Landes. Insgesamt hat Kiew eigenen Angaben zufolge seitdem 51 Quadratkilometer im Gebiet um Bachmut und rund 262 Quadratkilometer an der Südfront zurückerobert.
Die ukrainische Luftwaffe erklärte derweil am Montag, bei neuen nächtlichen russischen Angriffen 18 von 24 gestarteten Angriffsdrohnen und 17 Marschflugkörper abgeschossen zu haben.
Russland wehrte indes nach eigenen Angaben in der Nacht ukrainische Drohnen in verschiedenen Regionen ab, unter anderem über Teilen der annektierten Halbinsel Krim und im Bereich Moskau, wie das russische Verteidigungsministerium erklärte. Es teilte zudem mit, dass eine Panzerfabrik in Charkiw im Nordosten der Ukraine, in denen Panzer ukrainischer Streitkräfte repariert werden, durch einen Raketenangriff getroffen worden sei.
Ch.P.Lewis--AT